0

Oculus-Gründer sorgt sich: Virtual Reality wächst womöglich zu langsam

von Matthias Bastian14. Mai 2017

Im ersten großen Interview nach seinem Abgang von Facebook spricht Oculus-Gründer Palmer Luckey offen über die Zukunft der Virtual Reality. Sorgen bereitet ihm das derzeit langsame Wachstum. Dennoch ist er zuversichtlich, dass VR erfolgreich sein wird.

Der Trubel um seine Person und der schwierige Abgang beim von ihm gegründeten und von Facebook gekauften Unternehmen Oculus VR hat Luckey nicht die Freude an Virtual Reality genommen. “Ich habe mehr Leidenschaft für VR als je zuvor”, versichert Luckey im Gespräch mit der japanischen Webseite Mogura VR.

Seit der Gründung von Oculus VR vor rund fünf Jahren habe er sich jeden Tag mit VR beschäftigt. Die Jahre davor war es ein Hobby, dem Luckey intensiv nachging. Er habe beinahe jeden Inhalt und jede Hardware ausprobiert, kenne Entwickler aus fast jedem VR-Studio.

“Über die letzten Jahre bin ich zuversichtlicher geworden, dass VR Mainstream wird”, sagt Luckey. “Es gibt fast jede Woche neuen Inhalt, bei dem ich denke: ‘VR ist die Zukunft, ich muss dafür sorgen, dass es schneller passiert.'”

Sorgen bereiten ihm die schwachen Verkaufszahlen aktueller VR-Brillen: “Meine größte Angst ist, dass sich VR nicht schnell genug verbreitet, sodass die Menschen ihre Begeisterung für VR wieder verlieren.” Er beschäftige sich daher besonders mit der Frage, wie man VR für ein breites Publikum attraktiver machen und Entwickler besser unterstützen kann.

Unabhängig von dieser Sorge scheint Luckey zufrieden mit dem Verlauf der letzten Jahre: “Es ist fünf Jahre her, dass ich Oculus gegründet habe. Hätte mir damals jemand gesagt, dass VR so schnell so erfolgreich wird, ich hätte es nicht geglaubt.”

Virtuelle Freunde sind nicht schlechter als reale Kumpels

Nachfolgenden Generationen traut Luckey zu, dass diese rein virtuelle Beziehungen via Avatar als selbstverständlich ansehen könnten.

“Ich bin sicher, dass die Menschen in zehn Jahren ein Treffen in VR ebenso gut oder sogar besser finden als im echten Leben”, sagt Luckey. “In VR kann man aussehen, wie man möchte. Wenn ich Menschen in VR treffen und dabei 25 kg leichter aussehen könnte, dann würde ich sie natürlich lieber in VR sehen (*lacht*).” Die Generation, die eine neue Technologie von Kindesbeinen an nutze, passe ihre Denkweise viel flexibler an.

Auch die Internetkultur sei maßgeblich von jungen Menschen geprägt worden. Er persönlich kenne einige seiner besten Freunde nur übers Internet. “Junge Menschen, die nach und nach neue Werte entwickeln, verändern den Mainstream”, sagt Luckey. Er beschäftige sich mit einem neuen Projekt, das aber noch in einem zu frühen Stadium sei, um darüber zu sprechen.

| Featured Image: Popular Mechanics (Youtube-Screenshot) | Source: Mogura VR | Via: Road to VR

Empfohlene Artikel: