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Oculus-Gründer übergibt erste Oculus Rift persönlich

von Matthias Bastian27. März 2016

Ein Mann läuft in Flip Flops durch Alaska. Im Winter. In der Hand hat er eine VR-Brille. Der Mann ist Palmer Luckey, Erfinder von Oculus Rift. 

“Ich dachte, in Alaska ist es die ganze Zeit dunkel, aber ich hatte Unrecht”, erklärt Luckey dem sichtlich verunsicherten Ross Martin. Der Alaskaner platzierte am 6. Januar 2016 die erste Vorbestellung für Oculus Rift und war laut Luckey “um einige Millisekunden früher” als alle anderen Vorbesteller. Das brachte ihm nun das etwas zweifelhafte Vergnügen ein, Palmer Freeman persönlich in sein Büro bitten zu dürfen.

Dass er Teil der Oculus-PR-Nummer werden sollte, erfuhr Martin erst am Tag zuvor: “Ich habe das erst gar nicht kapiert. Es fühlte sich einen halben Tag komplett komisch an und erst am Ende des Tages realisierte ich es dann. Ich fühlte mich wie bei ‘Charlie und die Schokoladenfabrik’. Das war unglaublich. Ich? Sie haben mich ausgewählt? Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen”, sagt Martin dem US-Magazin Polygon. Seiner Freude konnte er dann aber nicht so richtig Ausdruck verleihen. Der Live-Stream bei Facebook wirkte mitunter wie eine Slapstick-Einlage, in der Luckey eine Parodie auf sich selbst spielte. Wenn es überhaupt schon so etwas wie Klischees für VR-Enthusiasten gibt – hier wurden sie erfüllt.

"Da ist das Ding." BILD: Palmer Luckey / Oculus VR

“Da ist das Ding.” BILD: Palmer Luckey / Oculus VR bei Facebook

Für Luckey war die persönliche Auslieferung nach eigenen Angaben eine Herzensangelegenheit: “Das ist unglaublich. Ich habe so lange an diesem Ding gearbeitet und du bist der erste Kunde, der sie bekommt. Es fühlt sich so an, als würde ich dir diese ganze Arbeit übergeben und jetzt muss ich sicherstellen, dass alles ok ist”, sagt Luckey zu Martin. Die Ehre, die erste Rift-Brille auszuliefern, könne er nicht “irgendeinem zufälligen Postboten überlassen.”

Blöderweise hatte Martin keinen ausreichend schnellen PC im Büro, daher blieb es bei Trockenübungen. Als kleine Wiedergutmachung für den ganzen Trubel bekommt er aber im Laufe der kommenden Woche noch einen Oculus-Ready-PC nachgeliefert. Nach dem kurzen Intermezzo ging es für Luckey direkt zurück zum Flughafen und in das Oculus Hauptquartier. Ganz zum Schluss hat er noch die weise Erkenntnis: “Im Winter mit Flip Flops durch Alaska zu laufen war ein Fehler.”

| VIA: Polygon
| FEATURED IMAGE: Palmer Luckey / Facebook