Am ersten Tag der Facebook-Entwicklerkonferenz F8 konzentrierte sich Oculus ganz auf die neue Go-Brille. Am zweiten Tag zeigte das Unternehmen die interessantesten Experimente aus der VR-Werkstatt.

Und die machen richtig Lust auf mehr: Zum Beispiel der Halfdome-Prototyp, ein Ausblick auf Oculus Rift 2, oder realistische virtuelle Avatare und präzises Fingertracking ohne Handschuhe.

Bei Twitter schiebt Facebooks VR- und AR-Vizepräsident Andrew Bosworth noch einen weiteren Ausblick auf die Zukunft nach. Er veröffentlicht ein Bild, auf dem man ihn und einen Kollegen beim Fußballspielen sieht – mit einer kabellosen VR-Brille auf dem Kopf, die Oculus Rift ähnelt.

Die Brille wird eine Variation des Santa-Cruz-Prototyps sein, der autarken Highend-VR-Brille, die für 2019 geplant ist. Damit Bosworth und sein Kollege trotz geschlossener Brille noch Fußballspielen können, hat Oculus die Brille mit Augmented-Virtual-Reality-Funktionen ausgestattet: Ein Videostream oder ein 3D-Modell der Außenwelt wird über die im Brillengehäuse integrierten Kameras in die Brille übertragen und kann digital verändert oder erweitert werden.

Das ist ein Komfortfaktor – man muss nicht immer die Brille absetzen, um nach draußen zu schauen oder läuft nicht gegen Wände – und ermöglicht neue Anwendungen, die die reale Umgebung samt Objekten in die Virtual Reality integrieren. Das würde die Santa-Cruz-Brille flexibler machen im Vergleich zu reinen VR-Brillen. Laut Bosworth ist die Demo ein früher Prototyp, aber alles habe mal einen Anfang.

Bosworth kündigte weitere Santa-Cruz-Neuigkeiten für 2018 an. Der Prototyp wird bereits an erste Entwicklerstudios ausgeliefert. Laut Gerüchten will auch Apple bis 2020 so eine Mixed-Reality-Brille auf den Markt bringen.

Körpertracking ohne Marker

Ein weiteres Video zeigt Fortschritte beim Körpertracking ohne Zubehör. Arme und Beine einer Person werden von einer einzelnen Kamera erfasst und verfolgt. Eine Software legt ein digitales Skelett auf den Körper, das Entwicklern die Integration der Körperbewegungen in ihre Anwendung vereinfacht.

Die Erfassung ist offenbar schon verlässlich: Die 1.00 am oberen Ende des Erfassungskastens zeigt an, wie stabil das Tracking ist. Eins ist der Maximalwert. Das leichte Zittern könnte mit hochauflösenderen, helleren Kameras beseitigt werden.

Für das aktuelle Oculus-Rift-Modell wird das Kameratracking daher wohl nicht erscheinen: Die Rift-Sensoren lassen kaum Umgebungslicht ein, sind niedrig aufgelöst und erkennen gerade so die Infrarotlichter der Rift-Brille und -Controller.

Ohnehin äußerte Oculus-Mitgründer Nate Mitchell, dass die demonstrierten Technologien aus Oculus’ VR-Werkstatt nicht zeitnah in einem Produkt auftauchen werden.

Schon im Januar 2018 zeigte Facebook eine Demonstration für eine Ganzkörpererfassung nur mit der Smartphone-Kamera. Solche fortschrittlichen und einfach verfügbaren Erfassungstechnologien dürften neue Datenschutz-Diskussionen aufwerfen.


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