Anfang 2018 erscheint die autarke VR-Brille Oculus Go. Dank eines tieferen Preises und mehr Zugänglichkeit soll das Gerät wie damals Nintendo Wii Normalverbraucher ins Ökosystem holen.

Die Spielkonsole wurde trotz vergleichsweise schwacher Hardware zu einem Verkaufshit, weil sie Gelegenheitsspieler und Menschen ansprach, die mit Gaming nicht viel am Hut haben. Mit über 100 Millionen verkauften Einheiten übertraf sie die Verkäufe von Playstation 3 und Xbox 360 und gehört noch heute zu den drei erfolgreichsten Spielkonsolen.

Der Leiter der Oculus Studios Jason Rubin glaubt, dass Oculus Go etwas Ähnliches wie Nintendo Wii gelingen könnte. Indem sie etwas Leistung für einen angemesseneren Preis opfert und besonders benutzerfreundlich ist, soll sie eine große Zahl Menschen außerhalb des Kreises der VR-Enthusiasten für Virtual Reality begeistern.

Vorteile eines autarken Geräts

In einem Interview mit Games Industry geht Rubin auf die Vorteile ein, die Oculus Go gegenüber Smartphonehalterungen wie Samsung Gear und Daydream View besitzt: Die VR-Brille habe alle Elektronik im Gehäuse integriert, sodass man das Gerät nur noch auf- und absetzen muss und damit gleichzeitig den Akku des Smartphones schont.

Updates würden automatisch installiert, ohne dass man sich an seinem Telefon zu schaffen machen muss. Das Gehäuse müsse nicht mehr ein ganzes Smartphone aufnehmen, sondern hat nur noch die Komponenten verbaut, die für Virtual Reality erforderlich sind. Dadurch sei die VR-Brille viel leichter als Samsung Gear VR und Daydream View.

Die guten Inhalte fehlen

Schließlich richte sich das Gerät an den großen Kreis der iPhone-Nutzer, die kein Samsung-Smartphone besitzen und einen günstigen Einstieg in das neue Medium fernab Google Cardboard suchen. “Für 199 US-Dollar bekommt man eine ganze Menge geboten”, verspricht Rubin.

Da die VR-Brille kein räumliches Tracking und 3D-Controller unterstützt, muss Oculus mit Inhalten Kaufanreize setzen. Genau solche fehlen aktuell noch, sodass es für die Zielgruppe der Normalverbraucher keine gewichtigen Gründe gibt, sich eine Oculus Go zu kaufen.

Mit den Zukunftsaussichten des Geräts beschäftigte sich auch die 61. Folge des VRODOCast. In der Diskussion wurden die Marktchancen des Geräts aus den genannten Gründen eher negativ beurteilt.

| Featured Image: Oculus | Source: Gamesindustry

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