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Oculus-Manager: Rift-Besitzer werden zu Virtual-Reality-Missionaren

von Tomislav Bezmalinovic19. August 2017

In den letzten vier Monaten tat sich so einiges bei Oculus. Seit Mitte Mai unterstützt Oculus Rift offiziell raumfüllende Virtual Reality, die Spielebibliothek fühlt sich zunehmend mit hochwertigen Touch-Titeln und der Preis für das VR-System wurde erheblich gesenkt. Nun hofft Oculus, dass über neu hinzugewonnene Kunden mehr Menschen in Kontakt mit Virtual Reality kommen.

Oculus Rift startete im Frühjahr 2016 mit 30 Titeln. Mittlerweile findet man über 500 Spiele und Anwendungen im Oculus Store, darunter 200 Titel für Oculus Touch. Subjektiv hat sich das Spieleangebot in diesem Jahr quantitativ, aber auch qualitativ gesteigert. Titel wie Robo Recall, Wilson’s Heart, Rick and Morty VR, Star Trek: Bridge Crew, Mage’s Tale und zuletzt Lone Echo trugen zu dieser Entwicklung bei.

Neben dem Aufbau einer reichhaltigen Spielebibliothek wollte Oculus die Anschaffungskosten senken, um mehr Menschen zu erreichen. Nach einer ersten Preissenkung um 200 Euro im Frühjahr 2017 reduzierte Oculus den Preis Mitte Juli ein weiteres Mal um rund 250 Euro. Die zeitlich befristete Preisaktion wurde jüngst wegen “hoher Nachfrage” um “einige Wochen” verlängert. Verkaufszahlen hält das Unternehmen aber nach wie vor geheim.

Kunden machen die beste Werbung

“Die größten Hürden waren der Preis und die Inhalte, aber diese Probleme rücken allmählich in den Hintergrund. Unsere größte Herausforderung ist jetzt, den Menschen Virtual Reality nahezubringen und ihnen zu zeigen, weshalb sie Teil ihres Alltags werden kann. Wir sind optimistisch, dass das gelingen wird “, sagt Jason Rubin, der für die Inhalte der Oculus-Plattform verantwortlich ist, gegenüber der Seite Alistdaily.

Wer glaubt, dass das Unternehmen eine neue Werbekampagne plant, täuscht sich. Laut Rubin sollen die Kunden selbst Werbung für Virtual Reality machen: “Wir machen Virtual Reality bekannt, indem wir so viele Kunden wie möglich gewinnen. Die werden dann zu unseren Missionaren. […] Wenn jeder Virtual Reality zu Hause hat, dann wollen die Freunde sie ausprobieren und wenn sie sie erlebt haben, werden auch sie zu neuen Kunden.”

Demonstrativer Optimismus

Branchenvertreter glauben, dass sich traditionelle Arten der Werbung nicht für Virtual Reality eignen. Der Vive-Manager Rikard Steiber sprach in diesem Kontext von einem “Marketingproblem”. Allgemein herrscht die Meinung vor, dass potenzielle Kunden das neue Medium selbst ausprobieren müssen, um eine Vorstellung vom Mehrwert der Virtual Reality zu erhalten.

Oculus hat sich deshalb darauf verlegt, Spielstationen aufzubauen. Letztes Jahr installierte das Unternehmen rund 500 solcher Stationen in Bestbuy-Filialen, baute Anfang 2017 aber fast die Hälfte wieder ab. Trotz merklicher Abkühlung des Hypes gibt sich Rubin zuversichtlich: “Wir befinden uns an einem Punkt, an dem wir nicht mehr auf der Hypewelle reiten können. Die ist vorbeigezogen. Wir sind in der Realität und die Realität wird abheben und es wird alles gut.”

| Featured Image: Flickr, Public Domain | Source: Alistdaily

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