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Oculus-Manager spricht sich gegen Aboservice aus

von Tomislav Bezmalinovic15. Oktober 2017

HTC experimentiert seit April mit einem Aboservice für den hauseigenen App Store Viveport. Nutzer entrichten wie bei Netflix und Spotify eine monatliche Gebühr und können kostenlos fünf VR-Apps eigener Wahl nutzen. Oculus’ Chef für Inhalte Jason Rubin bezeichnet das Bezahlmodell als ungeeignet für Virtual Reality und erteilt einem möglichen Oculus-Aboservice eine klare Absage.

Viveport-Nutzer können sich für eine monatliche Gebühr von 7,99 Euro fünf VR-Apps aussuchen und kostenlos nutzen. Nach Ablauf der monatlichen Frist können die VR-Apps ausgetauscht oder behalten werden. Das Abo ist nicht zwingend: Plattformnutzer dürfen Software weiterhin kaufen und Entwickler können selbst entscheiden, ob sie ihre Apps für den Aboservice freigeben. Mittlerweile stehen mehr als 200 Titel zur Auswahl.

Das Abomodell bietet sowohl Nutzern als auch Entwicklern Vorteile. Nutzer können kürzere und experimentelle Anwendungen oder Titel unterschiedlicher Genres ausprobieren, ohne das Risiko eines Fehlkaufs einzugehen und Entwickler erhalten eine zusätzliche Möglichkeit, mit ihren Apps Geld zu verdienen oder auf eigene Software aufmerksam zu machen. Außerdem können sie jederzeit zum herkömmlichen Bezahlmodell wechseln. Wie genau HTC Entwickler an den Einnahmen des Aboservices beteiligt, ist nicht bekannt.

Nicht geeignet für Virtual Reality?

Jason Rubin lehnt das Abomodell entschieden ab. Es ergebe bei Musik und Videos Sinn, aber nicht im Falle von Virtual Reality. Im Oculus Store gebe es Titel, die nur kurze Zeit oder mehr als hundert Stunden Unterhaltung bieten. Rubin hält es für fragwürdig, beide Arten von Software im gleichen Abonnement anzubieten. “Wie soll man das Geld aufteilen?”, fragt Rubin in einem Interview mit Variety.

Laut Rubin würden große Publisher ihre Titel deshalb nicht im Abo anbieten wollen und es würden vor allem mittelmäßige Titel im Angebot erscheinen. “Das hilft niemandem”, sagt Rubin. Es gebe durchaus Entwickler, die im Oculus Store Geld verdienen und von ihren Apps leben können. Schwerer hätten es VR-Filme und kürzere VR-Erfahrungen, weil sie weniger Inhalte als vollwertige VR-Spiele bieten. “Der Markt für solche Inhalte muss sich erst noch entwickeln”, sagt Rubin.

| Featured Image: Oculus | Source: Variety

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