Update vom 29. September 2018:

Die Oculus Connect 5 ist vorbei und im Netz sind viele weitere Ersteindrücke und Tests zu Oculus Quest aufgetaucht, die durchweg positiv sind. Die wichtigsten technischen Fakten zu Oculus Quest haben wir hier aufgeschrieben.

Adi Robertson von The Verge beschreibt, dass sich die gezeigten Demos mit Quest dank der höheren Bewegungsfreiheit im Vergleich zu Oculus Rift “völlig neu” anfühlten, beispielsweise Superhot VR: “Es war einfacher, sich um die Gegner herumzubewegen und so hatte man neue Optionen bei den Puzzle-ähnlichen Duellen.” Zwar seien viele Fragen noch offen, aber Oculus sei auf dem Weg, endlich die VR-Brille zu liefern, auf die alle warten. Robertson war besonders von der Mixed-Reality-Spielarena begeistert.

Auch Digitaltrends lobt das präzise eingebaute Tracking und die kabellose Bewegungsfreiheit. “Die Zukunft der Virtual Reality erwartet uns, und sie sieht fantastisch aus”, schreibt Chuong Nguyen. Er habe vor seiner Quest-Demo verzögertes Tracking und schlechte Grafik erwartet und war von der dann erlebten Qualität “total weggeblasen”. Er lobt Tragekomfort und die Auflösung. Grafisch und stilistisch hätten die Demos an Nintendos Wii erinnert. Die Grafik entspräche zwar nicht Highend-Standards, aber für ein immersives Erlebnis reiche es. Oculus Quest sei mehr als die Summe aller Brillenteile.

Für Sherri L. Smith von “Tom’s Hardware” ist Oculus Quest der Beweis, dass VR nicht tot ist. Die VR-Brille sei auch von außen ein Hingucker. Die kabellose Bewegungsfreiheit sei das stärkste Kaufargument. Falls das Gerät dem Hype gerecht werde, könnte es bei Mainstream-Spielern ein echter Hit werden. “Es ist tragbar, bietet gute Grafik, viel Inhalt und mit 399 US-Dollar einen bezahlbaren Preis”, lautet ihr Fazit. Allerdings müsse Oculus Interessierten noch gute Gründe in Form von Software liefern, sich eine VR-Brille aufzuziehen.

Der VR-Blog UploadVR bezeichnet das Preis-Leistungs-Verhältnis von Oculus Quest als “beeindruckend”: Für 400 US-Dollar bekäme man eine Brille mit besserem Display als Oclus Go, zwei Controllern, mehr Leistung und voller Bewegungsfreiheit. Ob das Gerät den VR-Markt wirklich in Bewegung setzen kann, müsse man abwarten – aber das Potenzial sei da. Im Gegensatz zu Oculus Go könne man Quest für ein vollwertiges VR-Erlebnis empfehlen.

Für Sam Machkovech von Arstechnica ist Oculus Quest ein “ansprechender Mittelweg” zwischen der mobilen Go-Brille und dem Highend-VR-Erlebnis mit Oculus Rift zu einem verbraucherfreundlichen Preis. Interessierte bräuchten keinen Highend-PC oder ein spezielles Smartphone mehr. Quest könne das optimale Produkt sein für Interessierte, die wissen wollen, was es mit VR auf sich hat.

Die Mainstream-Seite Mashable sieht es ähnlich: Quest habe das Potenzial, die erste wirklich erfolgreiche VR-Brille zu werden – wenn die Software passt.

Die YouTuber von Tested ziehen ebenfalls ein positives Fazit: Sie loben die Hardware samt Verarbeitung, das Tracking und die Raumbewegung.

Ursprünglicher Artikel vom 27. September 2018:

Im Frühjahr 2019 erscheint Facebooks vierte VR-Brille: Oculus Quest heißt sie und wird gerade auf der Entwicklerkonferenz Connect 5 in San Jose vorgestellt. Wir haben einen Reporter vor Ort und fassen erste Eindrücke aus der US-Presse zusammen.

Unser Reporter vor Ort ist Mario Deutschmann, Geschäftsführer der Kölner VR- und AR-Firma MOVR, die VR-Anwendungen für Unternehmen konzipiert und entwickelt. Er konnte sich auf der Connect 5 Facebooks neue VR-Brille Quest aufsetzen und die Demos ausprobieren.

Der Formfaktor und Tragekomfort der Quest-Brille erinnern laut Deutschmann an Oculus Go mit einem leicht höheren Gewicht. Bei der auf der Connect 5 vorgestellten Arena-Variante des Western-Shooters “Dead’n Buried”, das über eine Spielfläche so groß wie eine Turnhalle stattfindet, kann die VR-Brille in einem Mixed-Reality-Modus betrieben werden, bei dem ein Videobild der Außenwelt in die Brille gestreamt wird. Laut Deutschmann ist in diesem Modus noch eine Latenz zu spüren.

Im reinen VR-Modus hingegen sind diese Verzögerungen weg: Sowohl das Brillen- als auch das Controller-Tracking sollen so gut sein wie bei Oculus Rift.

Oculus Quest kommt mit einer Miniaturversion der Touch-Controller. Das Handtracking sll auf Rift-Niveau sein, das Fingertracking etwas weniger präzise. Bild: Deutschmann

Oculus Quest kommt mit einer Miniaturversion der Touch-Controller. Das Handtracking soll auf Rift-Niveau sein, das Fingertracking etwas weniger präzise. Bild: Deutschmann

Bei der Cartoon-Optik von Dead’n Buried soll die reduzierte Hardware-Leistung der Quest-Brille im Vergleich zu einem Oculus-Rift-fähigen PC nicht groß auffallen. Die kabellose Bewegungsfreiheit sei den Kompromiss wert. Die Akkulaufzeit soll – laut den Entwicklern vor Ort – bei der finalen Brille zwischen zwei und vier Stunden liegen, abhängig von der Software.

In einer Entwickler-Session erklärten Oculus-Programmierer, wie Rift-Software für Oculus Quest optimiert werden kann. Bei den gezeigten Demos soll das – außer bei der Horror-App “Face your Fears” – auch gut gelungen sein.

Die Bildqualität der Quest-Brille überzeugt Deutschmann beim ersten Ausprobieren. Sie sei vergleichbar mit Oculus Go und um Nuancen besser. Insbesondere der optimale Schärfepunkt der Linsen (“Sweetspot”) sei schnell gefunden – bei Oculus Rift muss man dafür die Brille erst einige Male am Kopf hin- und herrücken. Oculus Go und Quest verwenden dieselben Linsen.

Deutschmanns Ersteindruck ist insgesamt positiv: Oculus Quest biete das, was man sich von Oculus Go erhofft habe zu einem guten Preis.

Der deutsche YouTuber VoodooDE ist ebenfalls vor Ort und schildert im folgenden Video seine ersten Eindrücke.

Oculus Quest: Weitere Eindrücke aus der US-Presse

Die US-Seite Windowscentral bestätigt Deutschmanns positiven Ersteindruck: Oculus Quest fühle sich in den gezeigten Demos an wie eine portable Oculus-Rift-Brille. Die Quest-Version von Superhot VR sei sogar “deutlich besser” als die für Sonys Playstation VR. Der Tragemkomfort sei gut, auch für Brillenträger.

Die Grafikqualität von Quest sei sekundär, da Entwickler aufgrund der kabellosen Bewegungsfreiheit die Chance hätten, völlig neue App- und Spiel-Ideen umzusetzen. Da Quest keine externen Komponenten benötigt, könne man die Brille viel einfacher mit Freunden und Familie teilen.

Bei den Quest-Controllern fiel dem Redakteur auf, dass das Fingertracking nicht so präzise funktioniert wie bei den Touch-Controllern für Oculus Rift. Die Bewegungserfassung für Kopf und Hände insgesamt sei aber sehr gut.

Das Fazit des Redakteurs ist beinahe euphorisch: Die Reaktionen auf Quest bei der Connect 5 seien extrem positiv und für viele Anwesende sei die neue Brille “die Zukunft von VR”.

Auch Venturebeat berichtet nach dem ersten Ausprobieren positiv: Beim VR-Tennisspiel mache die Bewegungsfreiheit ohne Stolpergefahr durchs Kabel einen großen Unterschied. Das Display sei “scharf”.

Diese und weitere Demos überzeugten den Redakteur, dass Quest zukünftig “eine tolle Plattform für Games” werden könne. Im folgenden Video sieht man Facebook-Chef Zuckerberg beim VR-Tennisspiel.

Der Redakteur der Tech-Seite Engadget berichtet bei erwähntem Tennisspiel über ein interessantes Detail bei der Konfiguration: Das Spiel bietet zwei Trackingmodi für große und kleine Räume. Im Modus für große Räume habe er wie bei einem richtigen Tennismatch herumrennen und nach dem Ball hechten müssen.

Sein Fazit: Die VR-Erfahrung mit Oculus Quest erinnere stark an Oculus Rift und die Bewegungsfreiheit ohne Kabel steigere die Immersion deutlich. Die Displays zeigten scharfe Bilder mit guten Farben, die Grafik sei allerdings weniger detailliert als bei einem leistungsfähigen PC für Oculus Rift.

Lucas Matney von Techcrunch schreibt ebenfalls positiv über Komfort und Funktion der Quest-Brille. Das Geräte bietet das vollständigste VR-Paket am Markt. Unsicher ist er, ob bei einem Preis von 400 US-Dollar ein größerer Markt erreicht werden und welche Software viele Nutzer vom Kauf überzeugen kann.

Mehr Neuigkeiten gibt es in unserem Oculus Connect 5 Newsstream.

Zuletzt aktualisiert am 29. September um 10:00 Uhr


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