Letztes Update am 27. September um 14:58 Uhr: OLED-Display-Information ergänzt, Trackingsystem

Facebooks neue mobile und autarke VR-Brille Oculus Quest richtet sich an Gamer, kostet 400 US-Dollar und erscheint im Frühjahr 2019.

Auf der Oculus-Entwicklermesse Connect 5 enthüllte Facebook-Chef Mark Zuckerberg (via Oculus Blog) wie erwartet Facebooks vierte VR-Brille seit Dezember 2015: Oculus Quest heißt sie, kommt ohne externen Zuspieler, Kabel und Sensoren aus, ist mobil wie Oculus Go und bietet dabei die Bewegungsfreiheit für Kopf und Hände wie die Highend-PC-Brille Oculus Rift.

Erscheinen wird Oculus Quest im Frühjahr 2019 zu einem Preis ab 400 US-Dollar für die Version mit 64 Gigabyte Speicher. Der Euro-Preis ist noch nicht bekannt.

Die beiden Pentile-OLED-Displays (via Road to VR) lösen mit 1.600 mal 1.440 Pixel pro Auge auf mit einer Bildwiederholrate von 72 Hz. Die Darstellungsqualität soll sehr an Vive Pro erinnern. Der Linsenabstand kann für optimalen Sehkomfort über einen Drehregler eingestellt werden. Die Linsen sind dieselben wie in Oculus Go.

Wie bei Oculus Go sind zwei Lautsprecher integriert, optional kann ein eigener Kopfhörer mit der VR-Brille verbunden werden. Die Kopfhalterung ähnelt der von Oculus Rift, die VR-Brille selbst hat einen Stoffüberzug.

In der Brille rechnet wie auch im Prototyp der Qualcomm-Prozessor 835. Zur Akkulaufzeit gibt es noch keine offiziellen Angaben.

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Die Kopfhalterung ähnelt Oculus Rift, die Linsen sind dieselben wie in Oculus Go. Bild: Oculus

Beliebte Oculus-Rift-Spiele sollen für Oculus Quest erscheinen

Während die Rift- und Go-Brillen zwar hauptsächlich, aber nicht ausschließlich Spieler als Zielgruppe haben, richtet sich Oculus Quest explizit an Gamer. Oculus selbst bezeichnet das Gerät als “All-in-One VR-Gaming-System”.

Zum Lieferumfang gehören neben der VR-Brille zwei Bewegungscontroller, die dieselbe Tastenbelegung haben wie Oculus Touch für Oculus Rift. Sie haben sogar denselben Namen. Einzig der halbrunde Trackingring ist für eine verlässlichere Erfassung nach außen gedreht.

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Oculus Touch für Oculus Quest erleichtert VR-Entwicklern die Portierung von Oculus-Rift-Apps. Bild: Oculus

Die Ähnlichkeit der beiden VR-Controller ist Teil der Marktstrategie: Obwohl in der Quest-Brille ein im Vergleich zu einem Gaming-PC schwacher Smartphone-Prozessor 835 von Qualcomm (via Gizmodo) arbeitet, will Oculus Rift-VR-Apps mit möglichst geringen Qualitätseinbußen für Oculus Quest portieren.

Als Beispiele nennt Oculus Epics Robo-Shooter “Robo Recall”, Cryteks Kletterspiel “The Climb” und das Jump’n Run “Moss”. Zum Start sollen mehr als 50 Spiele verfügbar sein.

Das Trackingsystem steckt in der VR-Brille

Das Trackingsystem “Oculus Insight” sorgt für die räumliche Bewegungsfreiheit, wie man sie von Oculus Rift kennt. Anders als bei der Rift-Brille müssen dafür keine zwei bis drei Sensoren im Raum aufgestellt werden:

Vier Weitwinkelkameras in den Ecken des Brillengehäuses scannen die Umgebung mittels Computer-Vision-Algorithmen in Echtzeit, bestimmen die Position des Spielers im Raum und erfassen die beiden Bewegungscontroller.

Damit der Spieler nicht gegen Wände rennt, integriert Oculus das von der Rift-Brille bekannte Schutzsystem “Guardian”. Nähert sich der Spieler der Grenze seines Spielbereichs, wird eine Warnung eingeblendet.

Laut Facebook-Chef Hugo Barra ist das Trackingsystem nicht auf einen einzelnen Raum begrenzt, sondern kann mehrere Räume oder ganze Arenen überspannen. Barra nennt als Obergrenze 3,7 Quadratkilometer.

Das Trackingsystem benötigt ausreichend Licht im Raum – so viel, wie es braucht, um ein Buch zu lesen – und ist nur für die Nutzung in geschlossenen Räumen gedacht.

Für Mixed-Reality-Anwendungen kann über die Kameras ein Bild der Außenwelt in die VR-Brille gestreamt werden. Facebook demonstrierte eine frühe Version dieser Funktion, bei der der VR-Brillenträger die Umrisse seines Wohnzimmers sieht und gleichzeitig in VR einen virtuellen Desktop bedient.

Ein Mixed-Reality-Desktop im Wohnzimmer mit Oculus Quest. Die Funktion ist noch experimentell. Bild: Screenshot

Ein Mixed-Reality-Desktop im Wohnzimmer mit Oculus Quest. Die Funktion ist noch experimentell. Bild: Screenshot

Oculus positioniert Quest als Mittelklasse-VR-Brille zwischen Oculus Go und Rift: Die Go-Brille sei der “einfachste und erschwinglichste Weg in VR”, die Rift-Brille hingegen “erweitere die Grenzen des Machbaren”.

Oculus Quest kombiniere “das Beste aus beiden Welten”. Im Trailer präsentiert Oculus die neue VR-Brille als Gaming-Evolution mit Wow-Moment.


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