Oculus Rift ist so günstig wie selten zuvor, aber mit Oculus Quest steht schon die nächste VR-Brille von Facebook in den Startlöchern. Lohnt es sich, zu warten? Und wie passt eigentlich Oculus Go da noch rein?

LearnTec 2019

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert. Letztes Update: 09. Januar 2018

Für wen ist Oculus Quest geeignet?

Oculus Quest richtet sich primär an Gamer. Facebook bezeichnet die Quest-Brille auch als VR-Spielekonsole. Sie ist in erster Linie für all jene gedacht, die Interesse an Virtual Reality mit voller Bewegungsfreiheit haben, aber keinen Spiele-PC besitzen oder kaufen wollen oder alternativ die einfache Nutzung sowie Kabelfreiheit genießen wollen. Denn bei Oculus Quest ist sämtliche Hardware im Brillengehäuse verbaut.

Für wen ist Oculus Rift geeignet?

Oculus Rift richtet sich ebenfalls primär an Spieler, aber eben an jene, die einen komplexen Aufbau nicht scheuen und einen Spiele-PC besitzen oder kaufen wollen. Dafür werden sie mit realistischerer Grafik, komplexeren Spielwelten und höheren Bildwiederholraten belohnt.

Ist Oculus Quest der Nachfolger von Oculus Rift?

Nein. Oculus Rift ist mit modernen PCs kompatibel, die die Rechenleistung der Oculus Quest um ein Vielfaches übertreffen. Letztere VR-Brille kann für die Berechnung von Spielen lediglich auf den verbauten Smartphone-Prozessor zurückgreifen. Wie deutlich der Unterschied ausfallen wird, zeigt sich, wenn die Brille mit den ersten Spielen am Markt ist.

Komplexe, grafisch hochwertige VR-Spielewelten werden wohl weiter das Territorium der Rift-Brille bleiben. Oculus Quest eignet sich voraussichtlich eher für Zwischendurch-VR mit spielerisch einfach gehaltenen Titeln, aber dann auf einem deutlich höheren Niveau, als das bislang möglich war.

Komplexe, grafisch hochwertige VR-Spielewelten werden wohl weiter das Territorium der Rift-Brille bleiben. Oculus Quest sollte aber trotz der geringeren Rechenleistung in der Lage sein, den Kern des VR-Erlebnisses von Oculus Rift – die Bewegungsfreiheit für Kopf und Hände in einer virtuellen Realität – wiederzugeben.

Was ist die Besonderheit an Oculus Quest?

Oculus Quest funktioniert komplett eigenständig. Die Brille ist auf Einfachheit getrimmt: Anschalten, aufziehen und durch die Virtual Reality bewegen.

Anders als Oculus Rift benötigt die Quest-Brille keinen teuren PC als Zuspieler, es müssen keine Treiber installiert und keine externen Sensoren aufgebaut werden. So ähnlich wie eine Spielekonsole eben, die man nur mit dem TV verbindet und fertig.

Da die Quest-Brille nicht verkabelt ist, bietet sie im Vergleich zu Oculus Rift ein hervorragendes Gefühl der Bewegungsfreiheit. Dieses Gefühl kann man für Oculus Rift nur teuer und umständlich über einen Wireless-Adapter nachkaufen. Das ist mit das wichtigste Kaufargument für Oculus Quest.

Oculus_Quest_Lifestyle_1

Das große Kaufargument für Oculus Quest ist die vollständige, komplett kabellose VR-Bewegungsfreiheit für Kopf und Hände. Bild: Oculus

Sind Oculus-Rift-Spiele mit Oculus Quest kompatibel oder umgekehrt?

Das ist eher unwahrscheinlich. Sicher wird es ausgewählte Titel geben, die von einer auf die andere Brille portiert und dann mit beiden Geräten genutzt werden können. Aufgrund des großen Leistungsunterschieds zwischen Highend-PC und Smartphone-Prozessor dürften diese Spiele aber eher die Ausnahme bleiben. Eine konkrete Marschroute seitens Oculus gibt es noch nicht.

Greifen beide VR-Brillen auf denselben Store zu?

Hier sind die Details noch nicht bekannt. Facebook stehen alle Wege offen: ein eigener Store für Oculus Quest, Zugriff auf den mobilen Oculus Store (Oculus Go und Samsung Gear VR) oder auf den Store für Oculus Rift.

Am wahrscheinlichsten ist es wohl, dass sich Quest und Oculus Go einen Store teilen, da hier die höchste Kompatibilitätsrate der Apps zu erwarten ist. Auch wenn Go-Apps nicht die Bewegungsfreiheit der Quest-Brille ausreizen.

Was sind die technischen Unterschiede zwischen Oculus Rift und Oculus Quest?

Da gibt es einige. Oculus Quest bietet höher aufgelöste OLED-Displays mit 1.600 mal 1.440 Pixel pro Auge bei einer etwas geringeren Bildwiederholrate von 72 Hz (Oculus Rift: 1.080 x 1.200 Pixel, 90 Hz, OLED). Eine höhere Bildwiederholrate lässt die VR-Welt flüssiger und etwas glaubhafter wirken. Außerdem beugt sie VR-Übelkeit vor. Dafür hat Oculus Quest die etwas schärferen Linsen. Das Sichtfeld ist bei beiden Brillen mit etwa 100 Grad in etwa gleich weit.

Die wichtigste Änderung sind die in der Vorderseite von Oculus Quest verbauten Trackingkameras: Sie erfassen die Bewegungen von Körper und Händen und übertragen sie in die virtuelle Realität. Für Oculus Rift muss man für den gleichen Effekt zwei bis drei externe Kameras aufbauen, im Raum verteilen und dann USB-Kabel zum PC verlegen.

Der Leiter der Rift-Abteilung Nate Mitchell bekräftigt, dass die PC-Brille Oculus' Highend-VR-Plattform bleiben wird.

Bei Oculus Quest stecken die Trackingkameras im Gehäuse …

Facebooks Datenschutz-Skandal um Cambridge Analytica wirft seinen Schatten auch auf Oculus. Valves früherer Virtual-Reality-Evangelist Chet Faliszek attackiert Facebooks VR-Abteilung massiv. Er fordert den Stop jedweder Datenspeicherung.

… für Oculus Rift müssen erste zwei bis drei Kameras im Raum aufgestellt und mit dem Rechner verkabelt werden. Im Bild sieht man eine einzelne. Bild: Oculus

Außerdem benötigt Oculus Rift wie zuvor erwähnt einen externen PC als Zuspieler. Oculus Quest hat sämtliche Hardware an Bord verbaut. Die bislang bekannten technischen Spezifikationen stehen hier.

Wichtig: Bei beiden VR-Brillen kann der Linsenabstand passend zum eigenen Augenabstand justiert werden.

Gibt es Unterschiede bei den Controllern?

Ja. Zwar heißen die VR-Controller für beide Brillen Oculus Touch, aber der Controller für Quest ist etwas kompakter gebaut und hat die Trackingringe nach oben gekehrt.

Oculus Touch für Quest ...

Oculus Touch für Quest …

... und für Rift. Bild: Oculus

… und für Rift. Bild: Oculus

Ansonsten sind die beiden Controller identisch. Das ist beabsichtigt, da das Entwicklern Ports erleichtert – die müssen so nicht zusätzlich zur Technik auch noch die Steuerung anpassen.

Soll ich Oculus Quest oder Oculus Rift kaufen?

Wer richtig tief einsteigen will in VR und Kosten und Mühen nicht scheut, trifft mit Oculus Rift auch nach Erscheinen der Quest-Brille wohl noch immer die bessere Wahl. Der Leistungsvorsprung eines PCs ist einfach ein zu großer Qualitätsfaktor, speziell bei der Grafik.

Wer grafisch nicht auf Highend-Niveau unterwegs sein muss, aber dennoch Wert legt auf ein VR-Erlebnis mit voller Bewegungsfreiheit, der ist mit Oculus Quest womöglich besser bedient. Gut vorstellbar, dass sich die beiden VR-Brillen auch ergänzen, da die Quest-Brille mobiler ist und einfacher in einem anderen Raum genutzt oder bei Freunden vorgeführt werden kann.

Was hat es mit Oculus Rift S auf sich?

Wer sich für Oculus Rift entscheidet und noch ein wenig Geduld hat, könnte auch einfach noch abwarten. Gerüchteweise kommt Ende 2019 Oculus Rift S, kein Highend-Rift-Nachfolger, aber ein technisches Upgrade, das die einfache Bedienbarkeit der Quest-Brille so wie die höher aufgelösten Screens für den PC bringt.

Und wie passt Oculus Go da noch rein?

Oculus Go ist die technisch einfachste und günstigste VR-Brille in Facebooks Portfolio. Sie erfasst allerdings nur Drehungen und keine räumlichen Bewegungen des Kopfes und der Hände. Damit eignet sie sich in erster Linie für Videos und einfache Spiele. Hier findet ihr einen ausführlichen Vergleichsartikel Oculus Rift vs. Oculus Go. Die gleichen Argumente gelten im Vergleich mit Oculus Quest.

Alle bislang bekannten Infos zu Hard- und Software sowie zur Entstehungsgeschichte von Oculus Quest findet ihr hier.

340,00 EUR
Oculus Rift + Touch Bundle
186 Bewertungen
Oculus GO 32GB
86 Bewertungen

Letzte Aktualisierung am 18.01.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten


Tagesaktuelle und redaktionell ausgewählte Tech- und VR-Deals: Zur Übersicht
VRODO-Podcast #126: Vive Cosmos, Vive Pro Eye und CES 2019 | Alle Folgen


Unsere Artikel enthalten vereinzelt sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über einen dieser Links erhalten wir eine kleine Provision. Der Kaufpreis bleibt gleich.