Die Zielgruppe der Oculus Quest sind Gamer. Doch was halten Spieler von dem autarken Gerät so kurz nach der Vorstellung? Eine Bestandsaufnahme.

Es tut sich was bei der totgeglaubten Virtual Reality: Die Technologie entwickelt sich kontinuierlich weiter und lässt Spieler aufhorchen. Das jüngste Beispiel ist Oculus Quest, die erste VR-Brille, die keinen externen Zuspieler oder Sensoren benötigt und zugleich Kopf und Hände räumlich erfasst.

“Wenn Oculus Rift und HTC Vive wirklich besser sein sollten als eine Playstation VR und jetzt eine Brille angekündigt wird, die keine externe Hardware benötigt, könnte das den Durchbruch für Virtual Reality bedeuten”, schreibt Mafuba bei 4Players.de. “Oculus Quest wird wie eine eigene Konsole. Ich glaube, da ist durchaus Bedarf und falls das System mit diesem Preis erscheint, wird es auch die günstigste Variante sein, um richtige Virtual Reality zu erleben.”

Zielgruppe: Konsolenspieler oder PC-Zocker

Der offizielle Verkaufspreis für Oculus Quest liegt bei 399 US-Dollar. In Deutschland dürfte das Gerät wie Oculus Rift für 450 Euro über die Ladentheke wandern. Die PC-Brille kostet in den USA 399 US-Dollar und hierzulande 450 Euro.

Mit dem Preis stellt sich die Frage nach der Zielgruppe. Würden Konsolenspieler für Oculus Quest so viel Geld ausgeben wollen wie für eine neue Spielkonsole? Das scheint eher unwahrscheinlich.

Anders könnte es bei PC-Spielern aussehen, zumal diese Zielgruppe gut und gerne mehrere hunderte Euro allein für eine neue Grafikkarte ausgibt. Liest man die Kommentare auf PC-Gaming-Seiten, hält sich die Begeisterung jedoch in Grenzen. Für die PC-Enthusiasten scheint Oculus Quest performancetechnisch zu wenig zu bieten. Die Erwartungen sind dementsprechend tief.

So schreibt Neawoulf bei PC Games: “Irgendwie halte ich von der Oculus Quest auch nicht viel. Wieder so eine Einsteiger-Brille, die man mitnehmen und seinen Freunden zeigen kann. Aufgrund der eingeschränkten Hardware war es das auch schon fast mit den Anwendungsmöglichkeiten. Da kriegt man wieder eine Vorspeise vorgesetzt und der Hauptgang und der Nachtisch bleiben bei Rift und Co.”

Mellohippo stört sich ebenfalls an der vergleichsweise schwachen Grafikleistung der autarken VR-Brille und erwartet keine besonders hochwertige Software: “Die Games werden bestimmt nicht vom Kaliber eines Fallout 4 VR oder eines anständigen Flugsimulators sein. Vermutlich werden es eher Minigames und Waveshooter werden.”

Konkurrenz für Switch?

Viele PC-Spieler hätten sich gewünscht, dass man Oculus Quest an den Rechner anschließen und im stationären Betrieb als vollwertige PC-Brille nutzen könnte. “Dass das nicht geht, ist schade. Wenn Oculus Quest mit dem PC kompatibel gewesen wäre, hätte das für mich und sicher viele andere der Einstieg in Virtual Reality sein können”, schreibt Gamestar-Leser Khaar in den News-Kommentaren.

Bei Heise.de hört man ähnliche Stimmen: Statt mobiler VR-Brillen wünscht man sich hier stationäre Geräte, die die Grafikleistung des PCs nutzen. “Für 400 US-Dollar bekommt man eine Oculus Rift samt Touch-Controllern. Warum sollte ich also die Quest kaufen?” fragt Heise-Leser Goonie.

Oculus-Programmierer John Carmack sieht die Zielgruppe weder bei Konsolenspielern noch PC-Zockern: Das VR-System richte sich an Gelegenheitsspieler. Die Konkurrenz sei damit nicht Microsoft oder Sony, sondern Nintendo mit der mobilen Switch-Konsole.

Doch hier stellt sich die Frage noch mehr als bei den Konsolenspielern: Wer gibt 400 US-Dollar aus, um zwischendurch in die Virtual Reality einzutauchen?

Über die Zielgruppe von Oculus Quest unterhalten wir uns im aktuellen VRODOCast zur Oculus Connect 5. Alle bislang bestätigten Fakten zur autarken VR-Brille stehen hier.

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