Oculus Quest hat das Trackingsystem im Gehäuse integriert. Damit könnte die VR-Brille zumindest theoretisch im Freien verwendet werden. Die Outdoor-Nutzung wird allerdings nicht offiziell unterstützt. Ein Oculus-Manager erklärt, weshalb.

Die Idee hinter World-Scale-VR klingt verlockend: Man nutzt eine VR-Brille im Freien auf einem großen Spielfeld oder auf Wiesen und Feldern und kann beinahe grenzenlos auf den eigenen Füßen virtuelle Welten begehen.

Oculus Quest überschreite die Grenzen aktueller Room-Scale-Setups, Outdoor-Nutzung sei jedoch nicht vorgesehen, sagt Oculus-Manager Sean Liu gegenüber Upload VR.

Auf der OC5 ließ es sich das Unternehmen dennoch nicht nehmen, ungewöhnliche Raumtrackingszenarios vorzuführen: Besucher der Konferenz konnten auf unterschiedlich großen Spielfeldern virtuelle Tennisspiele austragen oder sich auf über 450 Quadratmeter Feuergefechte liefern.

Die Trackingkameras sind wie Augen

Letztere Umgebung wurde mit kontrastreichen Flächen für das Tracking optimiert. Selbst herabhängendes Dekor wurde genutzt, um den integrierten Trackingkameras optische Ankerpunkte zu geben.

Dass die Raumerfassung unter freiem Himmel ebenso gut funktioniert, ist unwahrscheinlich: Weniger stabile Referenzpunkte und eine sich wandelnde Umgebung könnten das Trackingsystem schneller aus dem Tritt bringen.

Hinzu kommt grelles Tageslicht, das die Trackingkameras wie das menschliche Auge “blendet”. “Stell Dir vor, es ist ein heller Tag und du musst die Augen zukneifen oder eine Sonnenbrille aufsetzen. Mit den Sensoren verhält es sich ähnlich.”

Zu wenig Licht kann ebenfalls zum Problem werden. Wird es draußen dunkel, verlieren die Kameras die Orientierung. In Räumen mit künstlichem Licht gibt es dieses Problem nicht.

Oculus will Unfälle und Klagen vermeiden

Eine noch größere Rolle dürften jedoch Sicherheitsbedenken spielen und die Gefahr von Klagen. Mit einer VR-Brille im Gesicht, sieht man seine Umgebung (noch) nicht und könnte beim Spielen mit realen Objekten zusammenstoßen. Die Unfallgefahr ist groß. Mit Oculus Quest lässt sich deshalb wie bei Oculus Rift ein virtueller Schutzkäfig einrichten.

“Das Guardian-System muss aktiv sein, wenn du mit Oculus Quest spielst”, sagt Marketing-Manager Allison Berliner. Wenn man die VR-Brille aufzieht, leuchtet eine LED auf, die anzeigt, dass das Tracking funktioniert und Guardian aktiv ist.

Unter welchen Bedingungen Oculus Quest im Freien genutzt werden kann, wird sich spätestens beim Launch zeigen: Findige Entwickler und risikofreudige Spieler dürften reichlich experimentieren und die Grenzen des Trackingsystem ausloten.

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| Featured Image: Oculus | Source: Upload VR

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