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Oculus Rift: Chaperone-ähnliches Leitsystem für Oculus Touch bestätigt *Update*

von VRODO15. September 2016

Update vom 15.09.2016:

Nun ist bei Twitter ein erstes Bild des Oculus-Warnsystems aufgetaucht. Ähnlich wie bei der Vive-Version wird die Begrenzung der Trackingfläche durch hell leuchtende Striche und Kreuze markiert, sobald man sich ihr nähert. Offen ist, in welchem Umfang Entwickler diese Begrenzung im Stile der App gestalten könnten. Wie weiter unten beschrieben soll beispielsweise die VR-Western-App “Dead’n Buried” die Trackingfläche nicht mit neonfarbenen Strichen abgrenzen, sondern stattdessen mit Stacheldrähten umzäunen.

Wie bei HTC Vive kann die Trackingfläche manuell und flexibel mit den 3D-Controllern Oculus Touch virtuell abgesteckt werden. Dabei sind nicht nur quaderförmige oder quadratische Trackingflächen möglich. Auch Ecken und ungleiche Seiten werden von dem Warnsystem berücksichtigt.

Update vom 14.09.2016:

Nate Mitchell bestätigte eben per Twitter, dass Touch ein Chaperone-ähnliches System namens “Guardian” erhalten wird.

Ursprüngliche Meldung vom 26.08.2016:

Ähnlich wie Chaperone bei HTC Vive bekommt Oculus Rift zum Launch von Oculus Touch voraussichtlich ein visuelles Leitsystem spendiert.

In der Virtual Reality vergisst man schnell die reale Umgebung – mitunter hat das teure oder schmerzhafte Konsequenzen. In den einschlägigen Foren für VR-Enthusiasten tauchen immer wieder Bilder auf von beschädigten Fernsehern, zerstörten Controllern oder es wird von schmerzhaften Zusammenstößen mit der atomaren Welt berichtet.

Für die VR-Brille HTC Vive hat Valve aus diesem Grund das sogenannte Chaperone-System erfunden – auf Deutsch “Beschützer”. Das meldet sich, sobald der VR-Brillenträger an die Grenzen des Trackingbereichs gelangt und blendet Warnlinien ein, die man nicht überschreiten sollte.

Das System ist in der Entwicklungsumgebung fest integriert und wird automatisch von jeder Anwendung unterstützt, die mit HTC Vive läuft. Zwar ist das digitale Gitter keine Garantie dafür, dass man in der Hitze des Gefechts nicht doch einmal die Grenzen überschreitet. Aber die visuelle Begrenzung gibt dem VR-Brillenträger deutlich mehr Sicherheit und eine Orientierung.

Rift-Chaperone für Oculus Touch

Rift-Besitzer, die bei Steam VR Vive-Apps nutzen, können ebenso das Chaperone-System verwenden. Für Oculus’ digitales Zuhause bei Oculus Home gibt es aber bislang keine vergleichbare Lösung. Das muss und wird sich mit dem Release von Oculus Touch ändern.

Selbst wenn Oculus Room-Scale-VR und 360-Tracking nicht vermarkten sollte – danach sieht es derzeit aus – braucht es auch für VR-Erfahrungen im Stehen dringend einen Abgleich mit der realen Umgebung. Ohne visuelle Begrenzung fühlt man sich in der Virtual Reality schnell orientierungslos.

Die Webseite Road to VR berichtet nun über ein solches System, das bei einer Touch-Demo im Juni erstmals gezeigt wurde. Rift-Erfinder Palmer Luckey machte den Redakteur offenbar persönlich auf den neuen Schutzmechanismus aufmerksam.

Die Oculus-Implementierung bietet eine Besonderheit: Während Valves Chaperone in jeder Anwendung gleich aussieht, passte sich die Begrenzung grafisch – zumindest in der Demo – an die Spielewelt an. Bei dem Western-Shooter Dead’n Buried wurden Stacheldrähte angezeigt, um den Spieler innerhalb der Trackingfläche zu halten. Die visuelle Begrenzung wird zwar dringend benötigt, reißt einen aber auch allzu oft aus der VR-Erfahrung – die Oculus-Lösung könnte der Immersion zuträglicher sein.

Neuigkeiten zu Oculus Touch samt Aufpassersystem wird es spätestens auf der Oculus Connect 3 Anfang Oktober geben.

| Source: Road to VR | Featured Image: Valve