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Oculus Rift: Der LibreVR-Hacker spricht über seine Motivation

von Matthias Bastian2. Januar 2017

In 2016 beherrschte unter anderem das Thema Exklusivität einzelner Apps die VR-Gemeinschaft. Der Hacker Jules Blok spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Blok war es, der mit dem Hack LibreVR dafür sorgte, dass die Besitzer von HTC Vive Zugriff haben auf Inhalte, die nur auf Oculus Home verfügbar sind. Die Facebook-Tochter finanziert großzügig die Entwicklung zahlreicher VR-Apps und -Games und stellt diese anschließend ausschließlich auf der eigenen Plattform zur Verfügung.

Das ist eine valide Geschäftsstrategie, an der sich kaum jemand stören dürfte und von der die gesamte Branche profitiert. Mit einer Einschränkung: Nutzer der VR-Brille HTC Vive hätten sich gerne in Oculus Home eingeloggt, um die dort vorhandenen und mit der Vive-Brille kompatiblen Anwendungen zu nutzen. Doch Oculus VR sperrte die Nutzer aus.

Der genaue Grund für diese Restriktion ist bis heute nicht bekannt, die Gemengelage komplex. Fest steht, dass Valve – Betreiber der Konkurrenzplattform Steam und Mitherausgeber von HTC Vive – und Oculus VR nicht gut aufeinander zu sprechen sind.

Jules Blok besänftigte die Ausgesperrten

Genau an dieser Stelle betrat der Programmierer Jules Blok die Bühne. Er entwickelte im April 2016 einen Hack, der es Vive-Nutzern bis heute ermöglicht, die im Oculus Store exklusiv veröffentlichten Apps zu nutzen. Die Liste an kompatiblen Titeln wächst konstant, sogar die neuen 3D-Controller Oculus Touch werden unterstützt.

Mittlerweile wird der Hack von Oculus VR zwar nicht unterstützt, aber immerhin toleriert. In der Vergangenheit wehrte sich die Facebook-Tochter noch mit einem Hardware-Check gegen die unerlaubte Modifikation.

Nach Protesten aus der VR-Gemeinschaft akzeptiert es die Facebook-Tochter nun, dass Vive-Nutzer die exklusiven Rift-Inhalte herunterladen. In einem Statement im Juni hieß es: “Wir überarbeiten kontinuierlich unsere Berechtigungs- und Anti-Piraterie-Systeme und haben im Juni den Check für Oculus-Rift-Hardware entfernt. Wir werden auf dem PC in Zukunft keine Hardware-Checks mehr als Teil unseres DRM-Systems durchführen.”

Auf dem Chaos Communication Congress, Deutschlands wichtigstem Hackertreffen, sprach Blok in einem kurzen Vortrag über seine Motivation zum Hack und dessen technische Funktion. Seine abschließenden Worte: “Oculus VR ist nun in der Khronos Gruppe, sodass es bei der zweiten Generation VR-Brillen hoffentlich nicht mehr zu solchen Problemen kommt.”

Die Khronos Gruppe ist ein Verbund aus Hard- und Softwareunternehmen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gemeinsame VR-Standards zu etablieren.


| Featured Image: CCCen via Youtube

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