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Oculus Rift: Einen Controller für jeden Fall

von Matthias Bastian4. März 2016

Jason Rubin von Oculus VR ist davon überzeugt, dass die virtuelle Realität verschiedene Interface-Lösungen braucht, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden.  Über eine zu starke Fragmentierung des Marktes macht er sich dabei allerdings keine Sorgen.

Viele VR-Enthusiasten waren im Sommer 2015 enttäuscht: Statt die VR-Brille Oculus Rift mit ausgereiften 3D-Controllern auf den Markt zu bringen, kündigte Oculus VR an, dass beim Launch im März nur ein herkömmliches Gamepad beiliegen wird. Eine konservative Entscheidung, die wohl auch getroffen wurde, da die Oculus-Touch-Controller technisch noch nicht ausgereift sind. Ursprünglich für das zweite Quartal 2016 angekündigt, wurden sie Anfang des Jahres sogar auf die zweite Jahreshälfte verschoben, um die Technologie weiter zu verbessern.

Jason Rubin, Leiter der Oculus-VR-Studios, verteidigt die damalige Entscheidung: “Wir wissen noch nicht, welchen Controller die Leute in Virtual Reality nutzen werden. Allerdings bin ich mir nach 30 Jahren in der Branche sicher, dass sie die Wahl haben wollen.” Unter anderem will Rubin Spielern nicht die Möglichkeit nehmen, bequem auf der Couch oder dem Sessel zu lümmeln: “Wenn man über mehrere Stunden ein Spiel spielen will, dann macht man das nicht mit einem 3D-Controller und auf den eigenen Füßen. Die Leute gehen ja auch nicht jeden Tag auf Wanderung, weil das ermüdend ist.”

Die Touch-Controller für Oculus Rift kommen im Bundle mit einer zweiten Trackingkamera. Allerdings ist noch unklar, ob dann auch Oculus Rift, ähnlich wie HTC Vive, Virtual-Reality-Erfahrungen im ganzen Raum unterstützen wird. Glaubt man Palmer Luckeys Äußerungen aus dem Dezember 2015, sieht es eher nicht danach aus. Der Oculus-Rift-Erfinder spricht von technischen Problemen beim Tracking, außerdem sei man in seinem Unternehmen nicht davon überzeugt, dass Spieler wirklich ein Bedürfnis nach “Room-Scale-VR” haben: “Wir möchten das Setup vermarkten, das die meisten Leute interessiert, nicht eine Fantasie, die die wenigsten Spiele ausnutzen werden.”

Rubin räumt allerdings ein, dass bestimmte VR-Erfahrungen nur mit 3D-Controllern möglich sind: “Es gibt unglaublich tolle VR-Erfahrungen, für die man 3D-Controller braucht. Wir versuchen daher, möglichst viele Bereiche abzudecken.” So soll das neue VR-Kartenspiel “Dragon Front” beispielsweise auch nur mit der Oculus Remote bedienbar sein, eine kleine, kabellose Fernbedienung, die der finalen Version der Rift-Brille zusätzlich zum Gamepad beiliegt.

Die virtuelle Realität ist besonders toll, wenn man sie mit anderen Menschen teilen kann

Ein Schwerpunkt des neuen Spiels “Dragon Front” soll im sozialen Bereich liegen: “Bei Oculus VR glauben wir an soziale Virtual-Reality-Erfahrungen und wollen Spiele anbieten, die davon Gebrauch machen, beispielsweise indem Spieler sich via Sprache und Headtracking austauschen. Wenn ich mit meinen Kollegen Dragon Front spiele, merke ich anhand der Kopfbewegungen, welche Bereiche sie auf dem Spielfeld besonders intensiv ansehen. […] Wir sind uns verdammt sicher, dass Social-VR eine sehr wichtige Rolle einnehmen wird. Facebook ist ein Social-Unternehmen. Dass Facebook so sehr an Oculus VR interessiert ist, zeigt, dass man dort an das soziale Potenzial der Technologie glaubt. VR ist besonders toll, wenn man diese alternativen Welten gemeinsam mit einem anderen Menschen besuchen und die Erfahrung teilen kann.” Besonders die Glaubhaftigkeit der virtuellen Welt und das Gefühl der Präsenz soll von der Anwesenheit eines anderen Menschen im gleichen virtuellen Raum profitieren.

| FEATURED IMAGE: Maximum PC (Screenshot bei YouTube)
| SOURCE: Maximum PC