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Oculus Rift erst ab Juli wieder lieferbar

von Matthias Bastian16. Januar 2016

699 Euro und kein Massenmarkt in Sicht? Das scheint der Popularität der neuen VR-Brille von Oculus und Facebook keinen Abbruch zu tun. Wer nicht direkt vorbestellt hat, muss jetzt mindestens bis Sommer warten.

Trotz des hohen Preises war die erste Charge der Rift-Brille für Ende März schon wenige Minuten nach dem Start der Vorbestellungen komplett vergriffen. Der Andrang war sogar so groß, dass kurzzeitig Shop und Server ausfielen – und das obwohl der Oculus-Shop auf Facebooks Servern gehostet wird. Selbst Tage danach war nicht klar, ob alle Vorbestellungen korrekt entgegengenommen wurden und der Oculus-Service arbeitete permanent am Anschlag.

Das System läuft jetzt zwar wieder rund, aber der Shop gibt das zu erwartende Lieferdatum mittlerweile mit Juli an. Offiziell beginnt Oculus VR die Rift-Brille bereits ab Ende März auszuliefern, hängt also der Nachfrage schon jetzt drei Monate hinterher. Bei Reddit räumte Oculus-Chef Luckey ein, dass man von der Menge der Vorbestellungen überrascht gewesen sei und jetzt die Produktionskapazitäten erhöhen würde.

Oculus Rift ist erst ab Juli wieder verfügbar.

Nur eine pro Kunde und erst wieder ab Juli. Kritikern zum Trotz verkauft sich Oculus Rift bislang exzellent. Quelle: Screenshot im Oculus-Shop

Späte Vorbesteller müssen sich keine Sorgen machen, dass die kostenlosen Spiele EVE: Valkyrie und Lucky’s Tale nicht mehr beiliegen. Schon vor dem Verkaufsstart gab Palmer Luckey bekannt, dass beide Spiele bis auf weiteres mit jeder Bestellung ausgeliefert werden. Ab Anfang April soll Oculus Rift außerdem bei ausgewählten Einzelhändlern verfügbar sein – ob das nur für die USA oder auch für Europa gilt, ist noch nicht bekannt.

Wer vorbestellt hat, aber sich nicht sicher ist, ob die eigene Vorbestellung korrekt angenommen wurde, kann das unter diesem Link kontrollieren. Dort kann man auch überprüfen, ob man während des Bestellprozesses einen Platz für die Vorbestellung der Oculus-Touch-Controller reserviert hat – auch hier gab es bei einigen Bestellungen Probleme. Außerdem bietet Oculus VR ein Tool an, das prüft, ob die Leistung des eigenen Rechners für Virtual Reality ausreichend ist. Aber Vorsicht: Die Ergebnisse sind nicht in Stein gemeißelt, da nicht die tatsächliche Leistung ausgelesen wird, sondern nur die verbaute Hardware. Die Leistung einer übertakteten CPU wird beispielsweise nicht korrekt erkannt.

Wer keine Lust hat bis Sommer auf eine VR-Brille zu warten bekommt am 29. Februar eine zweite Chance. Dann starten die Vorbestellungen für Oculus-Rift-Wettbewerber HTC Vive. Den Tag sollte man sich als VR-Enthusiast aber dick im Kalender markieren, denn Vive dürfte ähnlich schnell vergriffen sein wie Oculus Rift. Auch dann, wenn der Preis deutlich über dem der Rift-Brille liegen sollte. Da Vive mit aufwändiger Trackinghardware und 3D-Controllern ausgeliefert wird, halten Marktbeobachter einen Preis von bis zu 1.000 US-Dollar und mehr für realistisch. Dafür sind die VR-Erfahrungen mit HTC Vive aber auch besonders immersiv, da der VR-Brillenträger sich frei durch den Raum bewegen kann. Die neusten Entwicklerversion “Pre” wurde von US-Tech-Magazinen nach der CES 2016 mit zahlreichen Awards belohnt. Die Auslieferung der Consumer-Version soll im April starten.

| FEATURED IMAGE: Oculus VR