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Oculus Rift: Nur teuer statt sehr teuer dank Facebook

von Matthias Bastian24. Dezember 2015

Update vom 25. Dezember:

Und Palmer Luckey legt bei Twitter erneut nach: Laut ihm wird die erste VR-Generation von großen Unternehmen refinanziert, die ein großes Interesse daran hätten, dass der VR-Markt schnell wächst. Ohne Facebook, schreibt Luckey, würde Oculus Rift beim Launch mehr als 1.000 US-Dollar kosten. Und das nicht aus Profitgier, sondern weil es anders einfach nicht umsetzbar wäre. Die finanziellen Mittel von Zuckerbergs Unternehmen würden es Oculus VR überhaupt erst möglich machen, langfristig zu planen und ohne Druck zu arbeiten: „Ich bin wirklich froh, dass wir uns dank der Facebook-Ressourcen darauf konzentrieren können, gute Entscheidungen zu treffen anstatt uns um den Profit zu sorgen, damit unser Licht anbleibt”, tweeted Luckey.

Der Paketpreis für Oculus Rift inklusive einem guten PC liegt laut dem Rift-Erfinder bei rund 1.500 US-Dollar. Glaubt man Luckey, ist das immer noch ein Schnäppchen in Anbetracht des komplexen Produktionsprozesses, der mehrere High-End-OLED-Displays, Sensoren für Bewegungserkennung und spezielle mechanische Teile zusammenführen muss.

Eine Antwort darauf, weshalb potenzielle Kunden lieber zu Oculus Rift als zu Cardboard oder Gear VR greifen sollten, hat der Oculus-Gründer auch. Der Wettbewerb zwischen Rift-Brille und Googles VR-Pappkiste sei so ähnlich wie der Vergleich zwischen einem hervorragenden Wein und trübem Wasser, glaubt Luckey.

Ein nettes Detail am Rande: Virtual-Reality-Fans lädt Palmer Luckey für Weihnachten 2016 in sein virtuelles Zuhause ein. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass Oculus im Bereich Social-VR große Pläne hat?

Ursprüngliche Meldung:

Via Twitter meldet sich Oculus-Rift-Erfinder Palmer Luckey zu Wort und erklärt mehr zur Preisstrategie bei Markteintritt. Den Preis der VR-Brille verrät er allerdings noch nicht. Seinen Worten lässt sich aber entnehmen, dass diese wohl teurer werden dürfte, als bisher vermutet.

Laut Luckey würden selbst extreme Maßnahmen wie der Verkauf der VR-Brille zum Selbstkostenpreis nicht ausreichen, um maximales Marktwachstum und Wunschpreis mit den Produktionskosten übereinzubringen: „Mehrere speziell angepasste VR-Displays, High-End-Linsen und eine endlose Liste an Spezialhardware und Herstellungstechniken treiben die Kosten in die Höhe”, schreibt der Oculus-Gründer bei Twitter. Spekulationen im Vorfeld, dass Facebook eventuell planen könnte, die VR-Brille sogar mit einem Verlust zu verkaufen, nur um möglichst schnell eine hohe Marktdurchdringung zu erreichen, schiebt Luckey einen Riegel vor: „Zukünftige Fortschritte und höhere Produktionsmengen wird VR für alle zugänglich machen, aber die erste Generation ist nur für Early Adopter geeignet.”

Die Vorbestellungen für Oculus Rift werden höchstwahrscheinlich zur CES 2016 in Las Vegas ab dem 6. Januar starten. Zu diesem Zeitpunkt dürfte auch ein Preis feststehen. Analysten der US-Investmenbankt Jefferies & Company gehen Stand Dezember davon aus, dass Oculus Rift für 350 bis 500 US-Dollar bei Markstart verkauft wird. Die Bewegungscontroller Oculus Touch, die speziell für die Nutzung in Virtual Reality entworfen wurden und die erst einige Wochen nach der Rift-Brille erscheinen, sollen laut den Bankern bis zu 150 US-Dollar zusätzlich kosten. Die VR-Brille Vive von Wettbewerber HTC schätzen die gleichen Analysten auf einen Einstiegspreis von 500 bis 700 US-Dollar. Allerdings sind hier die Bewegungscontroller und ein aufwändiges Trackingsystem bereits im Paket enthalten.

„VR wird etwas sein, das jeder haben möchte, bevor es jeder bezahlen kann.” Palmer Luckey via Twitter

Das sind wohlgemerkt nur die Kosten für die VR-Brille. Für leistungsfähige, VR-taugliche Hardware im PC müssen Spieler bis zu 800 Euro aufwärts an zusätzlichen Kosten einkalkulieren. Nur absolute High-End-Hardware eignet sich für Virtual Reality, da die Wiedergabe mit sehr hohen und absolut konstanten Bildwiederholraten extreme Anforderungen an die Leistung des Rechners stellt. Dass das bei vielen Spielern noch nicht angekommen ist, deutet Luckey bei Twitter schon an: „Es gibt viele Leute, die glauben, sie können ein paar hundert Dollar ausgeben und ihre vorhandenen, leistungsschwachen Laptops verwenden.” Laut ihm würde Oculus VR aber alles versuchen, um das vor Marktstart entsprechend klarzustellen: „Wir strengen uns an, um sicherzustellen, dass die Leute wissen, worauf sie sich einlassen – wir möchten nicht an Kunden verkaufen, die ahnungslos sind”, twittert Luckey.

Zumindest Vorbesteller der Rift-Brille bekommen aber eine kleine Vergünstigung, wenn sie sich sofort auf das VR-Abenteuer einlassen: Das Weltraum Action-Spiel Eve Valkyrie wird Oculus-Rift-Käufern der ersten Stunde kostenlos mit in das Paket gelegt.

| VIA: Twitter / Palmer Luckey
| FEATURED IMAGE: Oculus VR / VRODO