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Oculus Rift: Face your Fears ausprobiert – der Albtraum Deiner Kindheit

von Matthias Bastian15. April 2017

Die VR-Erfahrung “Face your Fears” lässt euch die schlimmsten Albträume eurer Kindheit erneut durchleben. Nur diesmal bleibt es nicht beim Kopfkino.

War das Geräusch im Schrank nur Einbildung? Lauert da etwas unter dem Bett? Hat da nicht gerade was durch den Türspalt ins Zimmer gelinst? Klopft da jemand ans Fenster?

Wer sich als Kind mit solchen schwierigen Fragestellungen die Nächte um die Ohren geschlagen hat, kann seinen früheren Ängsten jetzt von Angesicht zu Angesicht in Auge starren und sie stellen. Mit Oculus Rift schlüpft man zurück ins Kinderbett – und fühlt sich genauso ausgeliefert wie in Kindheitstagen.

“Face your Fears” hält genau das, was der Titel verspricht. Man begegnet virtuell jenen Ängsten, die man als Kind hoffentlich nur im Kopfkino durchleben musste. Der Anspruch ist allerdings nicht therapeutischer Natur, sondern Entertainment.

Die Anwendung gehört zur Gattung der sogenannten “VR-Erfahrungen” – kurze Erlebnisse, die eine bestimmte Szene in den Mittelpunkt rücken und nur begrenzte Interaktion zulassen. Im Falle von “Face your Fears” sind das eben jene Ausschnitte, die direkt aus einem Horrorfilm stammen könnten.

Für Samsungs mobile VR-Brille ist die Anwendung schon seit geraumer Zeit erhältlich und überaus erfolgreich. Der VR-Horror erreichte rund 1,1 Millionen Downloads in zwei Monaten, die Nutzungsdauer ist mit 40 Minuten pro Nutzer überdurchschnittlich gut.

Das liegt auch daran, dass die VR-Erfahrung von einem Nutzer zum nächsten weitergereicht wird. Außenstehende haben Spaß daran, wie der VR-Brillenträger zittert und schlottert. Das ist keine übertriebene Umschreibung: “Face your Fears” macht Angst und ist für zartbesaitete Menschen überhaupt nicht zu empfehlen.

Face your Fears für Oculus Rift: noch unheilvoller

Die Rift-Version ist aufgrund der besseren Grafik und räumlicher Bewegungserfassung noch immersiver als das mobile Gegenstück. Im Falle der Horror-App schlägt sich das unmittelbar aufs Nervenkostüm nieder.

Egal wie locker und abgebrüht man sich der VR-Erfahrung nähert – steckt man erst einmal mit der VR-Brille wieder im Kindbett fest und durchlebt einen wahr gewordenen Albtraum, fürchtet man sich. Das Erlebnis ist teils so grenzwertig, dass man nur mehr die Augen schließen oder sich ins Menü flüchten kann.

Nicht etwa, weil die Entwickler der Turtle Rock Studios mit besonders expliziten Darstellungen die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Sondern weil die mediale Wirkung unter der VR-Brille so viel eindrücklicher ist im Vergleich zum flachen Monitor. Von dem kann man sich im Notfall noch distanzieren und die Hände schützend vors Gesicht nehmen. In der Virtual Reality hingegen fühlt man sich persönlich bedroht.

“Face your Fears” für Oculus Rift ist bei Oculus Home kostenlos erhältlich. Zusätzliche Szenen sind kostenpflichtig, werden aber derzeit noch nicht angeboten. Besitzer von Gear VR können auf die mobile Version zurückgreifen, die ebenfalls kostenlos ist und bereits ergänzende Bezahlinhalte bietet.

| Featured Image: Turtle Rock Studios

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