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Oculus Rift, HTC Vive und Hololens: Mondpreise bei Ebay

von Matthias Bastian17. April 2016

Seltene, hochpreisige Güter, die viele Menschen wollen, aber nur wenige besitzen. Zeit für Ebay.

Oculus Rift hat Lieferverzögerungen bis in den Sommer und Neubesteller werden wohl kaum vor August oder gar September bedient. Der Versand der Vive-Brille läuft zwar deutlich besser, aber auch hier scharren viele Käufer ungeduldig mit den Hufen. Wer jetzt erst bestellt, muss rund sechs bis acht Wochen warten, bis die Lieferung im Laufe des Junis kommt. Da wird die Geduld des ein oder anderen VR-Enthusiasten schon einmal überstrapaziert. Warum also nicht einfach bei Ebay kaufen und noch am gleichen Tag abholen!? Wenn da nicht die Mondpreise wären…

Fündig wird man beim Online-Auktionshaus en masse, die aufgerufenen Preise sind aber jenseits von Gut und Böse. Die unverbindliche Preisempfehlung für Oculus Rift liegt normalerweise bei 699 Euro. Für eine sofort versandbereite CV1 in Originalverpackung werden bei Ebay aber schon jetzt bis zu 1.900 Euro verlangt. Das ist ein Preisaufschlag von fast 200 Prozent. Zur Erinnerung: Für rund 1.500 US-Dollar (rund 1.330 Euro) bekommt man Oculus Rift CV1 im Bundle mit einem leistungsfähigen “VR-Ready-PC” direkt von Oculus VR. In Europa werden diese PC-Bundles zwar noch nicht angeboten, in den USA startet der Versand über Amazon aber noch im Laufe des Aprils.

Kaum besser sieht es bei HTC Vive auf, dabei hat die Brille nicht einmal mit starken Lieferverzögerungen zu kämpfen. Die Wartezeit bis Juni sollte eigentlich auch der größte VR-Enthusiast noch irgendwie überstehen können. Hier liegt der Spitzenpreis sogar bei über 2.300 Euro bei Versand aus dem Ausland. Für eine in Deutschland abholbereite Vive-Brille werden bis zu 1.750 Euro aufgerufen. Ein Preisaufschlag von fast 100 Prozent, nur um wenige Wochen Wartezeit zu sparen – puh.

Ein echter Schnapp - 2.300 für HTC Vive. Kostet eigentlich 899 Euro. BILD: Screenshot bei Ebay

Ein echter Schnapp – 2.300 für HTC Vive. Kostet eigentlich 899 Euro. BILD: Screenshot bei Ebay

Hololens-Prototyp für 15.000 US-Dollar bei Ebay versteigert

Den Profitvogel schießt allerdings ein Wiederverkäufer aus den USA ab. Für die Entwicklerversion der Augmented-Reality-Brille, die erst seit Ende März verschickt wird, konnte er satte 15.000 US-Dollar einstreichen. Der Prototyp kostet eigentlich 3.000 US-Dollar – 42 Gebote und 400 Prozent später nimmt der ursprüngliche Käufer ein kleines Vermögen ein.

Seine Entwicklerambitionen dürfte er wohl erstmal auf Eis legen, wenn Microsoft davon Wind bekommt – was über die Seriennummer kein großes Problem sein sollte. Denn eigentlich ist Hololens nur für “qualifizierte Entwickler” aus den USA oder Kanada gedacht. Die müssen sich sogar mit einer konkreten Projektidee bewerben. Daher ist es sogar nachvollziehbar, dass Unternehmen, die bisher nicht bedient wurden, auch ein Vielfaches an Geld auf den Tisch legen, um die frühe Version zu bekommen. Einen echten Wettbewerbsvorteil kann man selten einkaufen.

| Featured Image: Screenshot bei Ebay