Auf der International Space Station (ISS) testet der deutsche Astronaut Alexander Gerst seine Hand-Augen-Koordination mit der VR-Brille Oculus Rift samt Spezialcontroller. Das Experiment soll helfen, den Gleichgewichtssinn besser zu verstehen.

Gersts Oculus-Rift-Experiment ist Teil einer NASA-Studie, die die menschliche Bewegungswahrnehmung und deren Einfluss auf die Hand-Augen-Koordination untersucht.

Für die Tests trägt Gerst eine modifizierte Oculus-Rift-Brille, die die fürs Tracking notwendigen Infrarotsensoren am Brillengehäuse verbaut hat. Einen zusätzlichen Sensor trägt der Astronaut an der Hüfte.

Statt Oculus’ 3D-Controller Touch nutzt Gerst einen Spezialcontroller, mit dem er in der Virtual Reality eine Reihe von Greifaugaben durchführt.

Forscher analysieren mit der VR-Methode die Hand-Augen-Koordination in der Schwerelosigkeit und auf dieselbe Art auf der Erde. Dann vergleichen sie die Ergebnisse und suchen nach Unterschieden. Dabei hoffen sie auf neue Erkenntnisse.

Astronaut Gerst muss denselben VR-Test auf der ISS und auf der Erde durchführen. Bild: ESA

Astronaut Gerst muss denselben VR-Test auf der ISS und auf der Erde durchführen. Bild: ESA

Ziel: Das Gleichgewichtsorgan besser verstehen

Auf Basis eines besseren Verständnisses der Hand-Augen-Koordination soll es laut der Europäischen Weltraumorganisation ESA möglich werden, Schwindel, Balance, räumliche Orientierung und andere Probleme im Zusammenhang mit dem Gleichgewichtsorgan besser zu behandeln.

Das klingt so, als könne bei einem signifikanten Erkenntnisgewinn womöglich die VR-Branche von dieser Forschung profitieren. Sie wird noch immer von der VR-Übelkeit zurückgehalten.

Die ESA möchte anhand der Forschungsresultate Weltraumspaziergänge für Astronauten verbessern. Außerdem eigne sich das VR-System für die Fernsteuerung von Robotern.

Die Deutschlandflagge am Boden der ISS breitete Gerst nicht anlässlich der Fußball-WM aus: Sie verhindert unerwünschte Reflexionen der Infrarotsensoren und sorgt so für ein stabileres Tracking.

Die beschleunigte Aufnahme des Experiments im Video unten entspricht laut der ESA einem Echtzeitdreh von etwa 20 Minuten.


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