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Oculus Rift kommt mit Näherungssensor und 360-Trailern

von Matthias Bastian11. Januar 2016

Trotz des kleinen PR-Desaster rund um die missratene Kommunikation des Oculus-Rift-Preises, die bei vielen VR-Enthusiasten zurecht für Entrüstung sorgte, gibt sich Oculus-Chef Luckey weiterhin als fannaher Geschäftsführer. In einer neuerlichen Frage-Antwort-Runde bei Reddit verrät er weitere Details rund um die Rift-Brille.

Das Ziel, Oculus Rift im Massenmarkt zu positionieren, hätte Luckey zwar nicht aufgegeben, aber es würde deutlich später passieren als er es ursprünglich geplant hätte: “Ich will noch immer, dass VR günstig, funktional und disruptiv ist, aber die Qualität muss dafür stimmen. Vor drei Jahren dachte ich, dass man eine ausreichend gute VR-Brille für 300 US-Dollar bauen kann in Kombination mit einem normal schnellen PC. Seit damals haben wir viel darüber gelernt, was notwendig ist, um ein Gefühl der Präsenz zu erzeugen. […] Oculus Rift ist die erste VR-Brille, die das Gefühl von Präsenz erzeugen kann, das unterbewusste Gefühl, dass man sich wahrhaftig in einer virtuellen Szene befindet.”

Für die Zukunft der VR-Brillen erwartet Luckey eine Vielzahl von Herstellern in verschiedenen Preisklassen: “Gear VR und Oculus Rift sind die ersten Geräte für Endkunden, aber für die Zukunft erwarte ich, dass es eine große Auswahl an Hardware mit unterschiedlicher Qualität und verschiedenen Preispunkten geben wird, ähnlich wie bei TVs oder Smartphones.”

Luckey schließt dabei nicht aus, in Zukunft auch mit anderen Herstellern zu kooperieren und den Oculus-Store auch für weitere VR-Brillen freizugeben. Wenn ein Spiel Oculus exklusiv sei, so Luckey, würde das nicht bedeuteten, dass es nur mit der Rift-Brille laufe, sondern dass es nur über den Oculus-Store vertrieben würde.

Umgekehrt sei Oculus Rift aber wie gehabt kompatibel mit Inhalten, die außerhalb des Oculus-Stores verkauft würden. Das ist speziell für die Erotikbranche relevant, die ihre Inhalte über eigene Plattformen vertreiben muss – im Oculus-Store gibt es keinen Platz für Liebe.

Eine neue Info bezüglich der Hardware hatte Luckey auch parat: Ähnlich wie Samsungs Gear VR kommt auch die Rift-Brille mit einem integrierten Näherungssensor. Der sitzt zwischen den beiden Linsen und erkennt, ob man die VR-Brille auf dem Kopf trägt oder nicht. Setzt man die Brille auf, wird automatisch ein Bild angezeigt, setzt man sie ab, schaltet sich die Brille wieder aus – das erhöht den Nutzungskomfort, schont das Display und spart Energie. Das Display selbst bezeichnet Luckey als “für VR gemacht” im Vergleich zu den im zweiten Entwicklerkit verbauten modifizierten Smartphone-Displays.

Deutliche Zweifel äußert Luckey an der technologischen Reife von Eye-Tracking. Den potenziellen Einfluss auf den Virtual-Reality-Markt bezeichnet er zwar als groß, doch vorhandene Lösungen hätten noch nicht die nötige Qualität, speziell im Kontext des Foveated Rendering. Beim Foveated Rendering wird nur der Teil des Bildes detailliert berechnet, den der VR-Brillenträger fokussiert. Allerdings sei die Umsetzung von Eye-Tracking etwa für die Steuerung von Menüs im Vergleich deutlich einfacher, schreibt der Oculus-Chef.

Eine weitere Neuerung der finalen Rift-Brille: Im kommenden Oculus-Store, der speziell für Virtual Reality entworfen wurde, sollen Spieletrailer zukünftig als 360-Version eingebunden werden. Das könnte schon vor dem Kauf Aufschluss über das immersive Potenzial eines Titels geben.

Reinen 360-Videos hingegen spricht Luckey das Potenzial zwar nicht ab, sagt aber auch, dass die Technologie noch einen weiten Weg vor sich habe, bevor die Videos die gleiche Qualität wie am Computer gerenderte Szenen hätten. Er räumt allerdings ein, dass Gear-VR-Nutzer die immersiven Videos trotz aller Limitierungen sehr schätzen würden. In Zukunft solle sich die Technologie dann so stark weiterentwickeln, dass Szenen nahezu fotorealistisch eingefangen und wiedergegeben werden könnten.

Eine gute Nachricht hat Luckey für Brillenträger parat. Laut ihm ist die finale Version von Oculus Rift auch für eben diese geeignet. Er selbst sei Brillenträger und habe keine Probleme damit, seine eigene Kreation zu nutzen. Aus seiner Antwort geht allerdings nicht hervor, ob Brillenträger ein Add-on kaufen müssen, oder ob entsprechendes Zubehör beigelegt wird.