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Oculus Rift kommt mit hochwertiger Audio-Hardware

von Matthias Bastian30. Dezember 2015

Wer sich eingehend mit Virtual Reality beschäftigt hat, weiß: Guter, räumlicher Klang ist die halbe Miete für eine gelungene Immersion. Oculus VR will mit der Consumer-Version der Rift-Brille dafür sorgen, dass dieses Erlebnis jedem Nutzer zuteilwird.

Normalerweise ist das Sounderlebnis je nach verwendetem Kopfhörer, Lautsprecher oder Audio-System für jeden Nutzer sehr individuell. Nicht so bei Oculus Rift: Oculus VR hat die komplette Audio-Pipeline direkt in die VR-Brille integriert. So haben Entwickler die volle Kontrolle über den Ton und können dafür sorgen, dass alle Soundeffekte den VR-Nutzer exakt so erreichen, wie es im Konzept vorgesehen ist. Das ist gerade beim Einsatz von räumlichen Klangeffekten, die die Handlung eines Spiels oder Films maßgeblich beeinflussen können, ein großes Plus.

Teil der Audio-Pipeline ist ein eigens entwickelter Digital-Analog-Wandler (DAC), der die digitalen Audiosignale vom PC unverändert aufnimmt und in analoge Tonsignale umrechnet, die dann an die eingebauten Kopfhörer geschickt werden. Damit stellt Oculus VR sicher, dass beispielweise fest verbaute und häufig eher schlechte Sound-Chips auf Mainboards das Audiovergnügen nicht stören und speziell räumliche Soundeffekte exakt und ohne Verzögerungen beim Nutzer ankommen. Auch ein eigener Verstärker wurde direkt in der VR-Brille verbaut.

Die integrierten Kopfhörer der Consumer-Version von Oculus Rift sollen laut ersten Tests trotz des kleinen Formfaktors durchaus in der Lage sein, guten Sound zu produzieren. Zwar sei der Bassbereich aufgrund der kleinen Treiber eher dezent, dafür wäre der Klang insgesamt aber sehr ausgewogen, differenziert und gut geeignet für die räumliche Darstellung, schreibt Road to VR. Die integrierten Kopfhörer direkt an der Brille hätten außerdem noch einen weiteren, ganz entscheidenden Vorteil: Weniger Kabelsalat. Für den räumlichen Klang lizenzierte Oculus VR die RealSpace-3D-Audio-Technologie von VisiSonics. Wer das Feature vorab testen will, kann sich das folgende Video ansehen – aber die Kopfhörer nicht vergessen:

Neben der Tonausgabe darf natürlich auch eine Möglichkeit zur Tonaufnahme nicht fehlen: Das ebenfalls integrierte Mikrofon kann für Voice-Chat oder auch für Sprachbefehle genutzt werden. Beispielsweise ist der Virtual-Reality-Browser von Samsung für Gear VR hauptsächlich auf Sprachsteuerung über das im Smartphone verbaute Mikrofon ausgelegt. Ähnliche Nutzungsszenarien gibt es natürlich auch für die Rift-Brille.

Unklar ist, ob Oculus-Rift-Käufer, die bereits hochwertige Audio-Hardware im PC verbaut haben, diese dennoch in Kombination mit der Rift-Brille verwenden können. Zwar können die integrierten Ohrmuscheln gegen eigene  Kopfhörer ausgetauscht werden, aber ob der DAC sowie der integrierte Verstärker umgangen werden können, ist noch nicht raus.

Nach Angaben des Oculus-Rift-Erfinders sollen Käufer aber ohnehin auf die Audio-Lösung von Oculus VR vertrauen. Palmer Luckey hat sich in der Vergangenheit als Liebhaber hochwertiger Tonwiedergabe geoutet und wiederholt betont, dass sich seine Erfindung an diesem Maßstab messen lassen müsse. Bei Reddit schreibt er: „Alles verbauten Teile haben eine hohe Qualität, angefangen beim Audio-Entwicklerkit über den DAC und Verstärker bis hin zu den Treibermodulen der Kopfhörer.” Auch Oculus-CEO Brendan Iribe bestätigte schon 2014, noch während der Entwicklung der Rift-Brille, dass Oculus VR viel Wert auf guten Sound legt: „Wir arbeiten am Ton genauso intensiv wie an der Optik. Wir haben ein ganzes Team, das sich nur darum kümmert.”

| VIA: Reddit / Road to VR
| FEATURED IMAGE: Oculus VR