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Oculus Rift laut Chinas Vive-Präsident keine Konkurrenz für HTC Vive

von Matthias Bastian18. Oktober 2016

Chinas Präsident für HTC Vive Alvin Wang Graylin ist davon überzeugt, dass die eigene VR-Brille das flexibelste und umfangreichste VR-Erlebnis ermöglicht.

Auf einer Konferenz für HTC Vive in Hangzhou greift Graylin zu einem etwas kuriosen Stilmittel, um den anwesenden Entwicklern die Unterschiede zwischen den derzeit erhältlichen VR-Brillen zu verdeutlichen. Er vergleicht die Hardware mit Elektroautos. Damit auch die westliche Welt seine Analogie mitbekommt, postete er anschließend ein Bild seiner Ansprache bei Twitter und informierte das Online-Magazin Upload VR über seinen Auftritt.

Laut Graylins Vergleich ist HTC Vive das Spitzenmodell, das die meisten Features bietet und flexibel eingesetzt werden kann. Oculus Rift hingegen soll sich eher für den Heimgebrauch und kleinere Trackingflächen eignen, während Playstation VR mit einem schönen Design und dem günstigen Preis beim jüngeren Publikum punktet. Googles neue Daydream-Initiative ist laut Graylin das E-Motorrad, während es für Gear VR nur zum E-Moped reicht. Am Ende der VR-Elektromobilität steht Googles Cardboard, das Graylin mit einem Tretroller vergleicht.

Der ungewöhnliche Vergleich von Graylin zielt darauf ab, dass HTC die Vive-Brille vermehrt in Anwendungsszenarien außerhalb von Spielen und des Entertainments platzieren möchte, beispielsweise für industrielle Anwendungen oder das Lernen. Ähnlich wie bei Elektroautos seien verschiedene Produkte notwendig, um unterschiedliche Märkte zu bedienen, twittert Graylin. “Wir möchten dabei helfen, ein gesundes VR-Ökosystem aufzubauen.”

Mit Viveport launchte HTC Ende September einen digitalen Store, der in erster Linie dem Vertrieb von Anwendungen aus dem Bereich “Serious-VR” – also Lernen, Arbeit, Kreation – dienen soll. Der Vertrieb von digitalen Spielen für HTC Vive läuft auch in Zukunft hauptsächlich über Valves Plattform Steam.

Oculus VR hat den Markt für Non-Games zweifelsohne ebenso wie HTC im Visier, spricht aber noch wenig darüber und bleibt in der Außendarstellung vorerst auf den Spielemarkt fokussiert. Die Ausnahmen bilden die gelegentlichen Social-VR-Demos von Facebook-Chef und Oculus-Besitzer Marc Zuckerberg sowie Designwerkzeuge wie Medium oder Quill.

Viveport M – HTCs Online-Shop für Mobile-VR

Um den potenziellen Markt für Virtual Reality weiter auszubauen, launcht HTC in China einen mobilen Ableger von Viveport. Viveport M soll westliche und asiatische Entwickler dabei unterstützen, qualitativ hochwertige mobile VR-Erfahrungen in China zu vertreiben.

Viveport M ist zwar vorerst nur für Android verfügbar, soll aber langfristig nicht an bestimmte Plattformen oder Geräte gebunden sein. Anders als Google bei der Daydream-Initiative oder Samsung mit Gear VR möchte HTC den neuen Store für möglichst viele Smartphones öffnen. Dennoch gibt das Unternehmen technische und inhaltliche Richtlinien heraus, an denen sich Entwickler und Hersteller orientieren können.

Ergänzend möchte HTC vermehrt als Publisher auftreten und bietet VR-Entwicklern an, deren Software in den zahlreichen Internetcafés in China zu verbreiten. Dort richtet HTC seit Ende letzten Jahres sogenannte Vive-Zones ein, in denen Besucher gegen Bezahlung für ein paar Minuten in die virtuelle Realität verschwinden können.

| Featured Image: Alvin Wang Graylin, Twitter