Melita handelt von einer Inuit-Forscherin und einer KI in Mädchengestalt, die im abschmelzenden Polareis nach Wegen suchen, den Fortbestand der Menschheit zu sichern. Das Besondere an der VR-Erfahrung ist, dass man die Geschichte auf drei unterschiedliche Weisen erleben kann.

Digility 2018

Im Jahre 2026 hat der Klimawandel die Erde zu einem unbewohnbaren Ort gemacht. Die wenigen Überlebenden suchen verzweifelt nach einer Möglichkeit, die Erde zu verlassen und auf einen anderen Planeten auszuweichen. Doch die Suche nach der neuen Heimat gestaltet sich schwierig. Schließlich muss sie für menschliches Leben geeignet sein.

Die Inuit-Forscherin Anaaya und die KI Melita, ein übermenschliches Wesen, das dennoch sehr verletzlich wirkt, sind die letzte Hoffnung für die Menschheit. Während Anaaya in einem Biotop Pflanzen zu erhalten sucht, forscht Melita mit einer holografischen Sternenkarte nach einem geeigneten Planeten.

Der VR-Film erzählt die Geschichte dieser beiden Frauen und berührt vor dem Hintergrund des drohenden Weltuntergangs die großen Fragen nach der Bestimmung der Menschheit und dem, was das Menschsein ausmacht. Die Stimmung von Melita hat mich an Christopher Nolans “Interstellar” erinnert, auch wenn der visuelle Stil und die Geschichte eine ganz andere sind.

Interstellar [dt./OV]
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Drei Erlebnismodi

Die außergewöhnlichste Eigenschaft von Melita ist, dass man die Geschichte auf drei unterschiedliche Weisen erleben kann. Im “Kinomodus” erfährt der Zuschauer die Handlung wie in einem Film und wird einer Kamera gleich an verschiedene, fixe Punkte im Raum versetzt oder wie bei einer Kamerafahrt durch den Raum bewegt.

Im zweiten Modus erlebt man die Geschichte aus der Perspektive eines unsichtbaren Riesen, sodass der Eindruck entsteht, man blicke in ein Puppenhaus oder Diorama. Feinste Details gehen in dieser Sicht verloren, dafür kann man in der Szene herumgehen und sie sich von verschiedenen Seiten ansehen – oder den Kopf ins kalte Wasser tauchen und Walen beim Schwimmen zusehen.

Der dritte Erlebnismodus orientiert sich eher an Computerspielen als an Filmen. Hier kann man sich mittels einer Karte in die Schauplätze des Films teleportieren, sie ohne Zeitdruck per Teleportation erkunden, mit der Umgebung interagieren und Hinweise entdecken, die mehr über Hintergrundgeschichte der Charaktere und der Welt verraten.

Eine atemberaubende Szene

Der visuelle Stil gefällt, auch wenn man der VR-Erfahrung anmerkt, dass sie parallel für Samsung Gear VR entwickelt wurde. Die Umgebungen wirken insgesamt detailarm und blass, zudem ruckeln die Animationen. Als VR-Film überzeugt Melita nur bedingt: Er macht den Eindruck eines herkömmlichen Animationsfilms, der nachträglich um 360-Grad-Ansichten erweitert wurde und nicht den eines VR-Films, der von Grund auf für das Medium gestaltet wurde.

Eine atemberaubend schöne Nachtszene in der Mitte bildet die große Ausnahme. Darin sitzt man zwischen Anaaya und Melita in einem schmalen Kahn und gleitet über das lebensecht animierte, eiskalte Wasser hinweg, während über einem bunte Polarlichter tanzen. Hier fühlt man die Enge des Raums und die Nähe der Charakter und fühlt sich in die Geschichte eingebunden. Allein für diese kurze Szene lohnt es sich, Melita anzuschauen.

Das Ende der Geschichte ist rätselhaft und wirft eine Menge Fragen auf, die in den beiden Fortsetzungen beantwortet werden dürften. Wann sie erscheinen, ist nicht bekannt.

Melita ist erhältlich für Oculus Rift für 4,99 Euro und Samsung Gear VR für 1,99 Euro.

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