Die kostenlose App “Dementia First Hand” für Oculus Rift soll dem VR-Brillenträger einen Eindruck vermitteln, wie die Welt aus der Perspektive eines Demenzkranken funktioniert.

Ich stehe in einer modernen Küche. Eine Stimme in meinem Kopf sagt mir, dass ich Lust habe auf eine Tasse Tee. Ich greife mir den Plastikwasserkocher und fülle Wasser ein.

In diesem Moment verwandelt sich meine Umgebung: Ich stehe in einer Küche von anno dazumal.

Hier gibt’s noch keinen modernen Elektro-Schickschnack. In meiner Hand halte ich einen gusseisernen Wasserkocher. Den stelle ich auf dem Gasherd ab und drehe die Flamme hoch.

Wechsel zurück in die Realität: Der Plastikwasserkocher steht auf dem E-Herd und schmilzt.

Perspektivwechsel mit VR-Brille

Mit vier dieser Beispiele will die VR-App “Dementia First Hand” sensibilisieren für das, was sich bei Demenzkranken im Kopf abspielt. In den  anderen Szenarien sucht man den Autoschlüssel – dabei darf man gar kein Auto mehr fahren – sitzt mit seiner Tochter im Café und fragt nach der Mutter, die bereits vor zehn Jahren starb, oder sucht nach den richtigen Pillen.

Für Angehörige von Demenzkranken mag dieser Perspektivwechsel eine Möglichkeit sein, sich noch ein wenig besser in die Gefühlswelt der Betroffenen einzufinden.

Entwickelt wurde Dementia First Hand von der walisischen Agentur Galactig, finanziell gefördert durch eine lokale Behörde. Die App wird laut Galactig seit 2018 bei Demenz-Workshops eingesetzt und ist ab sofort kostenlos im Oculus Store verfügbar.

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