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Oculus Rift: Neues zur Klettersimulation “The Climb”

von Matthias Bastian6. Februar 2016

Die Entwickler von Crytek aus Frankfurt sind bei Spielern bekannt für die Crysis und Far-Cry-Serie und bei Entwicklern für die frei verfügbare Entwicklungsumgebung “CryEngine”, mit der sich grafisch opulente Titel umsetzen lassen. Die Klettersimulation “The Climb” wurde von von ihnen von Grund auf für Virtual Reality konzipiert.

Im neuen Entwicklertagebuch auf YouTube erzählen die Programmierer und Designer mehr zum Entwicklungsprozess. “Bevor wir mit dem Spiel gestartet sind, haben wir erst recherchiert, wie sich echtes Klettern anfühlt”, sagt Produzent Fatih Özbayram. Jeden Montag und Mittwoch gehen die Entwickler zum Indoor-Climbing – basierend auf diesen Erfahrungen wurde ein erster Gameplay-Prototyp des Spiels gebaut. “Der tollste Moment während der Entwicklung war, als wir einen der ersten Prototypen fertigstellten und merkten, dass das etwas völlig Neues ist, etwas, das wir noch nicht kannten”, erinnert sich Elijah Freeman, Chef-Produzent des Titels.

“Wenn man für Virtual Reality produziert, dann muss man über viel mehr Dinge nachdenken. Beispielsweise den physischen Komfort der VR-Erfahrung, eine konstante Performance und auch die Interaktion muss glaubhaft sein, damit man sich als Teil der virtuellen Welt wahrnimmt”, erklärt Onurhan Karaagacli von Crytek. Laut ihm stellt die Entwicklung von Spielen für die virtuelle Realität völlig neue Ansprüche im Vergleich zur herkömmlichen Games.

Besonderen Wert legen die Entwickler auf die Physik, beispielsweise die Beschleunigung bei Sprüngen oder Stürzen, um die VR-Erfahrung möglichst glaubhaft zu machen. “Wenn man über VR spricht, dann geht es um Präsenz in einer 3D-Umgebung. Dieses Gefühl von Präsenz gibt einem einen ähnlichen Adrenalinschub wie wenn man tatsächlich an einem echten Hang klettert”, glaubt Elijah Freeman. Daher wurde die VR-Erfahrung nicht künstlich mit Action-Elementen erweitert, denn das Klettern an sich, inklusive dem ein oder anderen waghalsigen Sprung über einen Abgrund, soll bereits spannend genug sein.

Gesteuert wird das Spiel in der aktuellen Vorabfassung noch mit einem herkömmlichen Controller, Unterstützung für die 3D-Controller Oculus Touch wird nachgereicht. Die erscheinen aber erst im zweiten Halbjar 2016, während “The Climb” bereits innerhalb des Oculus-Rift-Launchfensters auf den Markt kommen soll, also wahrscheinlich im Laufe des Monats April. Spielen kann man den Titel sowohl sitzend als auch stehend. Trotz aufwändiger Grafik soll “The Climb” auch mit den Mindestanforderungen von Oculus VR für Virtual-Reality-taugliche PCs (GTX 970, i5) konstant flüssig und mit 90 Bildern pro Sekunde laufen.

Zwar erscheint “The Climb” vorerst nur für Oculus Rift, aber für HTC Vive gibt es möglicherweise ein vergleichbares VR-Erlebnis: Bei “Everest VR” versucht man den legendären Mount Everst zu erklimmen. Der Titel unterstützt sowohl das Trackingsystem als auch die 3D-Controller von HTC Vive und bekam bisher viel Lob. Allerdings ist “Everest VR” nicht in erster Linie als Spiel gedacht, sondern eher als “emotionales Erlebnis” mit Lernelementen. “Everest VR” erscheint auch für Oculus Rift, wahrscheinlich noch im ersten Halbjahr 2016.

| FEATURED IMAGE: Crytek, The Climb