VR-Spielentwickler stecken zwei Jahre nach dem Marktstart der PC-Brillen noch immer tief in der Experimentierphase: Was funktioniert und was nicht? Oculus erteilt einen klaren Ratschlag: Handpräsenz geht über alles.

Auf der Reboot Develop Entwicklerkonferenz in Dubrovnik sprach Matt Conte über die Vorzüge virtueller Handpräsenz. Conte regelt für Oculus’ die Beziehungen zu Entwicklern und gibt ihnen Rückmeldung zu laufenden Projekten und Plänen.

Conte zeigt Kante: Geht es nach ihm, dann entwerfen VR-Entwickler ihre Spiele und Apps nur mehr von Grund auf für Virtual Reality. Zu dieser Regel existierten nur wenige Ausnahmen, so Conte. Ein VR-Titel müsse etwas bieten, das in keinem anderen Spiel möglich sei.

Handcontroller wie Oculus Touch seien für diese Ausnahmeerfahrung ebenso wichtig wie die VR-Brille selbst. Conte nennt als Beispiele die exklusiv für Oculus Rift entwickelten VR-Spiele Lone Echo und Echo Arena, die ihre volle Wirkung erst durch Handpräsenz und natürliche Interaktion mit Objekten und der Umgebung entfalten.

Handpräsenz ist ein Muss

Conte erklärt weiter, dass die meisten Menschen die VR-Brille aufziehen würden, um an einen anderen Ort transportiert zu werden – meist aus der Ich-Perspektive. Frühe Experimente mit VR-Spielen aus der dritten Perspektive würden mittlerweile kaum noch programmiert. Als Beispiel nennt Conte den Oculus Rift Launch-Titel “Lucky’s Tale”, in der man die Spielfigur aus der Verfolgeransicht mit einem klassischen Gamepad steuert.

VR-Spieler seien mit Handcontrollern viel stärker in das Spielgeschehen eingebunden, so Conte. Der Unterschied zum klassischen Gamepad sei “wie Tag und Nacht”. Daher würde die Rift-Brille mittlerweile ausschließlich mit Oculus Touch ausgeliefert. Der traditionelle Controller flog vor rund einem Jahr aus dem Oculus-Rift-Paket.

Zumindest die Verkaufszahlen von Oculus Touch sprechen für Contes These: Im März 2018 enthüllte Oculus, dass 94 Prozent aller Rift-Besitzer Oculus Touch kauften. Das ist ein außerordentlich guter Wert für ein teures Zubehör. Ein Bundle bestehend aus VR-Brille und Touch-Controllern erschien erst im Sommer 2017, über ein Jahr nach dem Marktstart von Oculus Rift im März 2016.

Übrigens: Oculus’ neueste VR-Brille Oculus Go unterstützt keine Handpräsenz. Der VR-Brille liegt nur ein einfacher Zeigecontroller bei, vergleichbar mit einem Laserpointer. Ein detaillierter Vergleich zwischen Oculus Rift und Oculus Go steht hier.

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