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Oculus Rift Review von Tested: Gut, aber nicht perfekt

von Carolin Albrand3. April 2016

Die Tester von Tested machen sich über die finale Version von Oculus Rift her. Das Fazit: Nicht perfekt, aber das Geld definitiv wert.

Die finale Variante der Rift-Brille sei so etwas wie die zweite Entwicklerversion, nur in gut, sagen die Moderatoren. Besonders loben sie die integrierten Kopfhörer, die einen guten Klang bieten sollen. Auch die Kabelführung sei deutlich verbessert, so wie die gesamte Ergonomie. Wichtig sei es aber, dass man die VR-Brille auch richtig aufsetze. Dafür müsse man den hinteren Teil der Befestigung am Hinterkopf ganz nach unten ziehen, um das Gewicht richtig zu verlagern. Erst dann würde die vordere Seite so entlastet, dass das Gewicht der Brille nicht mehr auf die Augen drücke. Laut den Moderatoren könne es schnell passieren, dass man Oculus Rift falsch aufziehe und dann als unbequem empfinde.

Keine so guten Nachrichten gibt es für Brillenträger: Technisch betrachtet würde man zwar eine Brille anziehen können, aber der Komfort würde definitiv darunter leiden. Außerdem möchte man mit den Augen möglichst nahe an die Linsen kommen, um die maximale Weite des Sichtfelds auszureizen. Dabei würde das Risiko bestehen, dass die Brillengläser die Linsen berühren und möglicherweise verkratzen. Der Tested-Tester verzichtet deshalb auf eine Brille in der VR-Brille – alternativ, so meint er, müsse man sich eine sehr kleine Brille speziell für Oculus Rift kaufen.

Technisch soll die VR-Brille sehr gut sein. Der Screendoor-Effekt, bei dem man die Lücken zwischen einzelnen Pixeln als grobe Musterung wahrnimmt, sei gegenüber dem DK2 deutlich verbessert. Völlig verschwunden sei der Effekt zwar nicht, aber kaum mehr wahrnehmbar und definitiv nicht störend. Ein wenig anders sieht es mit den Lichtstrahlen aus, die besonders bei hellen Grafiken auf dunklem Hintergrund auffallen können. Zwar würde man sie nur bei Szenen mit starkem Kontrast sehen, dann aber so ausgeprägt, dass sie fast wie ein “Special Effect” wirken würden. Entwickler könnten das aber verhindern, indem sie solche Szenen einfach nicht darstellen.

Das Trackingsystem beschreiben die Tester als deutlich verbessert gegenüber dem DK2. Da das Trackingfeld noch immer wie ein Zylinder geformt sei, hätte man ein paar Schritte von der Kamera entfernt die optimale Bewegungsfreiheit. “Room-Scale-VR”-Features könnten möglich sein, aber noch würde Oculus VR ein Schutzsystem fehlen ähnlich wie Chaperone bei HTC Vive. Hier wird der Nutzer rechtzeitig gewarnt, bevor er den Trackingbereich verlässt und gegen eine Wand rennt.

Nicht wirklich begeistert sind die beiden von der Launch-Software. Zwar gebe es eine ordentliche Auswahl, darunter sei aber sehr viel Mittelmaß, nur wenige der Spiele und Apps könnten auf ganzer Linie überzeugen. Der Favorit ist Lucky’s Tale, das ohnehin für jeden Rift-Vorbesteller kostenlos ist. Das beste Multiplayer-Spiel soll EVE: Valkyrie sein, das Oculus Rift ebenfalls kostenlos beiliegt.

Bezüglich der “Controllerfrage” sind sich die Moderatoren einig: Getrackte Eingabegeräte sind für VR Pflicht, ob nun eher rudimentär wie beim PS4-Gamepad oder das volle Programm wie bei den 3D-Controllern von HTC Vive. Oculus Touch kann demnach gar nicht schnell genug auf den Markt kommen. Dennoch sind sich die Moderatoren einig, dass Oculus Rift das Geld mehr als Wert sei. “Es ist ein komplett neues Medium, so wie das TV in 1950.”

| FEATURED IMAGE: Tested