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Oculus Rift: So konfiguriert man Oculus Touch für raumfüllendes Tracking

von Tomislav Bezmalinovic24. Oktober 2016

Ein US-Vlogger führt in einem Youtube-Video durch die einzelnen Schritte, die für die Einrichtung von Oculus Touch und Guardian, dem Oculus-Leitsystem, notwendig sind. Der Youtuber benutzt vier Sensoren, die er für raumfüllendes Tracking in den Ecken des Raumes platziert. Das Video fördert eine ganze Reihe interessanter Einzelheiten zutage.

Wer Oculus Touch zum ersten Mal in Betrieb nimmt, wird sein VR-System per Oculus Home neu konfigurieren müssen. Das neue Einrichtungsprogramm enthält unter anderem einen Bandbreitentest für die USB-Anschlüsse der Kameras. Das scheint nötig zu sein, denn der Youtuber hat vier Sensoren an seinen Rechner angeschlossen. Oculus VR zufolge sollten drei Sensoren für raumfüllendes Tracking reichen.

Im Video ist zu sehen, dass er die hinteren beiden Sensoren nach unten hängend an der Decke montiert hat. Die USB-Kabel werden jeweils mit einem fünf Meter langen Erweiterungskabel an der Decke entlang zum Rechner geführt.

Ähnliche Schritte bei der Einrichtung wie bei HTC Vive

Dem neuen Konfigurationsprogramm zufolge müssen die vorderen Sensoren ein bis zwei Meter voneinander entfernt sein. Laut dem Youtuber sollte eine größere Entfernung aber keine Probleme bereiten, sofern man genug Raum zur Verfügung hat.

In einem ersten Schritt fordert das Programm den Anwender auf, sich in die Mitte des Raumes zu stellen, mit einem der beiden Touch-Controller auf den Monitor zu zielen und den Trigger zu betätigen. Den gleichen Schritt muss man bei der Einrichtung der Vive-Controller ausführen.

Im nächsten Schritt werden die Touch-Controller mit den Sensoren synchronisiert. Hierfür hält der Vlogger die Controller auf Augenhöhe und betätigt für zwei Sekunden eine beliebige Taste. Überprüft wird die Sichtbarkeit, die Entfernung und der Winkel der Controller. Abschließend wird die standardmäßige Blickrichtung festgelegt.

Guardian: Wände statt Linien

Danach geht es an die Einrichtung des Guardian-Leitsystems, das den Anwender vor Zusammenstößen mit der realen Umgebung warnt. Das Konfigurationsprogramm zeigt hierbei im Grundriss den Trackingbereich jedes einzelnen Sensors samt den Schnittflächen an. Auf diese Weise kann man die Ausrichtung der Sensoren während der Konfiguration manuell optimieren.

Wie bei HTC Vive muss man dann den Trackingbereich ausmessen. Das Konfigurationsprogramm zeigt die Linien, die der Vlogger zieht und berechnet danach das größtmögliche Rechteck, das später als Trackingfläche dient.

Ein Vorteil des Guardian-Systems: Man kann nach dem ersten Abstecken des Trackingbereichs durch Handbewegungen manuell weitere Bereiche hinzufügen, bis der zur Verfügung stehende Raum optimal ausgereizt wird. Das Rechteck passt sich automatisch den neuen Gegebenheiten an und wird größer (im Video ist dieser Vorgang ab 7:25 zu beobachten).

Danach ist die Einrichtung von Guardian abgeschlossen. Das Leitsystem selbst zeigt der Vlogger nicht, er geht aber auf visuelle Unterschiede zu Valves Chaperone-System ein. So würden die Grenzen des Trackingbereichs nicht durch ein subtiles Gitternetz, sondern durch virtuelle Wände verdeutlicht. Wenn man an die Grenze des zuvor definierten Trackingbereichs stößt, sieht man sogar seinen Schatten an der virtuellen Wand. Dieser visuelle Effekt steigere den Respekt vor der Begrenzung, so der Vlogger.

Raumfüllendes Tracking ist optional

Obwohl der Konfigurationsassistent die zusätzlichen Sensoren erkennt, differenziert er nicht zwischen frontalem und raumfüllendem Tracking, so wie es SteamVR bei der Kalibrierung der Vive-Brille macht. Oculus unterstützt zwar offiziell raumfüllendes Tracking, dennoch müssen Entwickler dafür sorgen, dass ihre Spiele mit zwei frontalen Sensoren einwandfrei funktionieren.

Brendan Iribe sagte bei seiner Keynote auf der Connect 3, dass es sich bei Room-Scale-VR um ein ergänzendes Feature handele, das besonders für die Nutzer gedacht sei, die einen ausreichend großen Raum zur Verfügung hätten.

Laut dem Youtuber hat das Programm noch einige Macken, die Oculus VR bis zum Erscheinungsdatum der Touch-Controller am 6. Dezember beheben dürfte. Vorbestellungen für einzelne Sensorkameras nimmt Oculus VR auf der eigenen Webseite ab dem 31. Oktober entgegen. Sie kosten jeweils 79 US-Dollar und werden zusammen mit den Touch-Controllern ab dem 6. Dezember verschickt.

| Featured Image: Reality Check VR