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Oculus Rift: Installationen nur auf C: – Pfad ändern

von Matthias Bastian22. März 2016

Update vom 27. März 2016:

Oculus VR stellt nun einen temporären Fix vor, der das nervige Problem allerdings nicht löst, sondern nur umgeht. Ein offizielles Update soll es “in den kommenden zwei bis drei Wochen” geben. Der “unoffizielle Fix” ist umständlich und muss außerdem komplett rückgängig gemacht werden, sobald das offizielle Update erhältlich ist. Außerdem funktioniert die Installations- und Deinstallationsroutine anschließend nicht mehr.

Die Festplatte, auf die die Oculus-Software verschoben werden soll, muss folgende Bedingungen erfüllen:

  • NTFS-Dateistruktur
  • nicht im Netzwerk
  • nicht abnehmbar (keine portable HDD)
  • der Laufwerksbuchstabe darf sich nicht ändern
  • 1.2 GB freier Speicherplatz + Speicherplatz für die installierten Spiele

Um die Daten zu verschieben, müsst ihr die folgenden Schritte befolgen (das englische Original gibt es hier):

  1. Die Software via OculusSetup.exe installieren, verfügbar ab Montag unter oculus.com/setup
  2. Eingabeaufforderung öffnen. Mit Win 7: Start -> Programme -> Zubehör -> Rechtsklick auf Eingabeaufforderung, als Admin starten /
    Win 8 oder Win 10: Rechtsklick auf Start oder Win-Taste + X, Eingabeaufforderung als Admin starten
  3. Oculus VR Runtime Service beenden, dafür den Befehl “net stop OVRService” eingeben und ausführen
  4. Den Oculus-Ordner anschließend mit dem XCOPY-Befehl via Eingabeaufforderung (bspw.: xcopy “C:\Program Files (x86)\Oculus” E:\Oculus\ /O /X /E /H /K) an den gewünschten Speicherort verschieben
  5. Den alten Oculus-Ordner auf dem Laufwerk C:\ löschen
  6. Mittels Symlink die neue Position des Ordners wieder verknüpfen, bspw.: mklink /d “C:\Program Files (x86)\Oculus” E:\Oculus
  7. “Oculus VR Runtime Service” wieder starten, dafür Eingabeaufforderung wie unter Punkt 2 starten und den Befehl “net stop OVRService” eingeben und ausführen

Hoffentlich braucht Oculus VR nicht zu lange mit dem Update, denn der oben beschriebene Umstand ist einer 700 Euro teuren High-Tech VR-Brille wohl kaum angemessen.

Ursprünglicher Artikel:

Wir hoffen zwar noch immer auf einen verfrühten Aprilscherz, aber es sieht nicht danach aus. Offenbar lässt sich die Software für Oculus Rift sowie sämtliche Apps und Spiele nur auf dem C-Laufwerk des PCs installieren. Also genau da, wo meist auch das Betriebssystem liegt und nicht besonders viel freier Speicher verfügbar ist.

Die schlechte Neuigkeit tauchte zuerst versteckt auf den Support-Seiten für die Oculus-Rift-Brille auf. Dort heißt es: Sämtliche Oculus-Software und alle heruntergeladenen Apps und Spiele müssen im Ordner C:\Program Files (x86)\Oculus installiert werden. Diese Zwangsinstallation ist kein kleiner Flüchtigkeitsfehler seitens Oculus VR, sondern ein kapitaler Fehltritt bei der Software-Entwicklung. Viele PC-Nutzer haben auf der C-Partition nur wenig Speicherplatz frei, der speziell für das Betriebssystem und einige ausgewählte Programme reserviert wurde.

Besonders SSD-Nutzer, die den schnellen Datenspeicher für das OS verwenden, dürfte diese fixe Vorgabe hart treffen. Denn SSDs bieten typischerweise deutlich weniger Speicherplatz als herkömmliche Festplatten. Da VR-Spiele und hochauflösende 360-Videos viele Gigabyte verschlingen, kommt man mit den typischerweise 20 bis 50 freien Gigabyte auf C: nicht besonders weit. Dementsprechend lang ist bereits das Beschwerdethema bei Reddit. Innerhalb von nur wenigen Stunden posteten dort über 1.000 Nutzer, von denen keiner sonderlich erfreut ist ob der obskuren Entscheidung seitens Oculus VR.

Immerhin antwortet auch Oculus-Rift-Erfinder Palmer Luckey im Reddit-Thema und übt sich an Schadensbegrenzung: “Das Problem steht bei uns auf der Prioritätenliste ganz weit oben, aber für den Launch waren andere Dinge wichtiger. Es ist aus verschiedenen Gründen nicht einfach für uns, den Installationspfad zu ändern, aber wir werden das Problem so schnell wie möglich beheben. In der Zwischenzeit werden wir provisorische Lösungen anbieten – unsere Support-Seiten werden noch aktualisiert, nichts ist final.”

Gegenüber dem Online-Magazin Gamasutra versprach Luckey vor wenigen Tagen noch “den perfekten Launch”: “Wir müssen diesen Launch perfekt hinbekommen, alles muss passen. Bis jetzt ist alles gut. Aber es ist definitiv eine kritische Phase”, sagte Luckey. Sollten die Oculus-Rift-Käufer nun nach Erhalt der VR-Brille erstmal dazu gezwungen sein, die eigene Festplatte neu zu partitionieren und das Betriebssystem frisch aufzusetzen, dürfte sich die “kritische Phase” schnell in einen ausgewachsenen Beschwerdesturm wandeln. Oculus VR muss noch vor dem Rift-Launch am 28. März eine passende Lösung anbieten, sonst wird es schwer mit dem Verkauf von datenintensiven VR-Inhalten.

| FEATURED IMAGE: Oculus VR