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Oculus Rift: “The Climb” im zweiten Test – besser mit Oculus Touch?

von Matthias Bastian16. Dezember 2016

Macht die Klettersimulation The Climb für Oculus Rift mehr Spaß, wenn man selbst greift? Die Antwort fällt nach einigen Gipfelzügen leicht: Ja. Die neuen 3D-Controller Oculus Touch machen das Spiel deutlich besser.

Zeitgleich mit dem Release von Oculus Touch am 6. Dezember veröffentlichte Crytek das lang erwartete Gameplay-Update für die 3D-Controller – und schenkte der Spielergemeinde einen kostenlosen Felsen in einer arktischen Umgebung dazu, um das neue Kletterwerkzeug zu erproben.

Die neuen Handcontroller von Oculus beseitigen zweifellos den größten Kritikpunkt am Spiel, den ich bei meinem ersten Review zur Veröffentlichung im April bemängelte: “The Climb ist ein Spiel über Hände ohne Hände im Spiel.”

Positiv fällt schon nach der ersten Minute auf, wie intuitiv die Steuerung mit den Touch-Controllern von der Hand geht. Das ist insbesondere der speziellen Bauform der 3D-Controller zu verdanken, die genau auf das optimiert sind, was man bei The Climb permanent tun muss: Greifen und zupacken. Einsteiger muss man daher gar nicht erst einweisen, wie die virtuelle Kletterei funktioniert. Sie stellen sich einfach vor den Felsen und klettern hoch.

Wie Reinhold Messner auf Steroiden und Spinat fegt man den Felsen nach oben.

Im Vergleich zur Gamepad-Steuerung fällt auf, dass sich The Climb mit Oculus Touch nicht nur deutlich intuitiver, sondern auch viel schneller spielt. Mit dem traditionellen Eingabegerät hat das Kletterabenteuer eine beinah strategische Komponente, der Spielablauf ist gemächlich. Die Touch-Version erinnert im Vergleich an eine Arcade-Adaption des gleichen Spielprinzips. Wie Reinhold Messner auf Steroiden und Spinat fegt man den Felsen nach oben.

Schnelle, künstliche Fortbewegung schlägt auf den Magen

Dem erhöhten Spieltempo wird der ein oder andere physisch Tribut zollen müssen: Zum einen kann man ins Schwitzen geraten und die Arme werden mit der Zeit müde. Auch wenn man den Felsen virtuell besteigt, ist es reale körperliche Arbeit.

Zum anderen schlägt The Climb aufgrund der sehr hektischen, künstlichen Fortbewegung nach dem Stop-and-Go-Prinzip mitunter auf den Magen. Mit der Gamepad-Version war das ob des langsamen Spieltempos kein Problem. Die Speed-Version mit Oculus Touch hingegen ist durchaus dazu in der Lage, moderate VR-Übelkeit auszulösen.

Es gibt einen weiteren Effekt, der unserer Wahrnehmung einen Streich spielen kann und der möglicherweise zur Motion Sickness beiträgt. Klettern ist in der Realität eine ungemein anstrengende Sportart, bei der man den eigenen Körper sehr bewusst wahrnimmt. Insbesondere dann, wenn man das eigene Körpergewicht ausschließlich mit den Armen hält.

Virtuell hingegen wirkt der Felsenbesuch eher wie ein Sonntagsspaziergang. Der virtuelle Körper ist leicht wie eine Feder. Das führt mitunter dazu, dass man eher das Gefühl hat, den Felsen nach unten wegzuschieben, anstatt sich selbst auf die Spitze zu hieven.

Wer sich sicher ist, dass der eigene Magen strapazierfähig ist, findet in The Climb für Oculus Touch eines der innovativsten und interessanten Spiele seit langer Zeit, das zweifellos zu den besseren Titeln im Oculus Store gehört.

| Featured Image: Crytek

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