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Oculus Rift: Tracking in 360-Grad – gut mit zwei Kameras, besser mit drei

von Matthias Bastian10. Oktober 2016

Sobald die 3D-Controller Oculus Touch auf den Markt kommen, gibt es aus rein technischer Perspektive nur noch einen signifikanten Unterschied zwischen der VR-Brille von Facebook und jener von HTC: Virtual Reality auf einer größeren Trackingfläche und in 360-Grad.

Schon Ende letzten Jahres heizte der mittlerweile in der Versenkung verschwundene Oculus-Rift-Erfinder Palmer Luckey die Diskussion rund um “Room-Scale-VR” mächtig an. Er twitterte Bilder aus dem Oculus-Hauptquartier mit einem speziellen Setup der Trackingkameras und sprach wiederholt davon, dass das 360-Grad-Tracking im Raum einfach und auch mit Oculus Rift umsetzbar sei.

In den Folgemonaten gab es seitens Oculus VR meist ausweichende Antworten bei Fragen zu VR-Erfahrungen im ganzen Raum. Man würde darüber nachdenken, technisch sei es möglich. Überzeugt sei man jedoch nicht davon, dass die Käufer ausreichend Platz hätten, um das Feature wirklich zu nutzen. Erst auf der Oculus Connect 3 Anfang Oktober bezog das Unternehmen konkret Stellung: Ja, Oculus Rift wird offiziell 360-Grad-Tracking unterstützen.

Zwei Kameras sind das “experimentelle Setup”

Eigens dafür bietet Oculus VR eine dritte Kamera an, die mit einem USB-Verlängerungskabel ausgeliefert wird. Die genaue Länge stehe noch nicht fest, aber es solle für die meisten Nutzer ausreichend lang sein.

Das soll einem Nachteil des Oculus-Systems entgegenwirken: Während die Trackingboxen der Vive-Brille nur an eine Steckdose geklemmt werden, muss jede der Oculus-Trackingkameras mit dem PC verbunden sein. Das Kabel der hinteren Trackingkamera läuft demnach durch den Raum – sicher mit ein Grund, warum die Facebook-Tochter so lange zögerte, das Feature überhaupt anzubieten.

Laut Oculus-Mitgründer Nate Mitchell sollen die räumlichen VR-Erlebnisse bereits mit den zwei Standardkameras “ganz gut laufen”, das Setup sei aber eher experimentell. Eine zweite Trackingkamera gehört zum Lieferumfang der Touch-Controller, die am 6. Dezember erscheinen.

Erst mit dem dritten Trackingsensor garantiert Oculus VR eine optimale Raum-Erfahrung. Die Sensoren sollten um den Nutzer herum positioniert werden, sagt Mitchell, sodass die 3D-Controller Oculus Touch nach Möglichkeit nicht vom Körper des Nutzers verdeckt werden. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, könnte sogar eine vierte Kamera fürs Tracking anschließen und eine noch größere Fläche abdecken. Laut Mitchell würde das das Tracking zwar noch weiter verbessern, sei aber fast “zu viel des Guten” und keine Notwendigkeit. Die zusätzliche Trackingkamera kostet 89 Euro.

| Featured Image: Oculus VR