11

Oculus Rift: Vorbesteller warten lange – keine “Facial Interfaces” *Update*

von Matthias Bastian12. April 2016

Update vom 13. April:

Zumindest das Problem der verknappten Komponenten scheint nun gelöst. Ab sofort soll die Produktion laut Oculus-CEO Brendan Iribe in vollem Tempo weitergehen. “Wir verschicken jeden Tag Rift-Brillen an Kunden und wir konzentrieren uns darauf, so viele wie möglich zu versenden. Der Mangel an Komponenten ist beseitigt und wir werden jede Woche mehr versenden können. Außerdem haben wir unsere Produktionskapazitäten nach oben geschraubt, können insgesamt mehr und schneller ausliefern. Viele Besteller werden Oculus Rift früher erhalten, als es im Lieferzeitraum angegeben ist”, sagt Iribe gegenüber Gamesindustry.biz.

Das bestätigt auch Oculus-Gründer Palmer Luckey via Twitter:

Update:

Ein Nutzer bei Reddit macht darauf aufmerksam, dass die beiden ursprünglich angekündigten “Facial Interfaces”, das sind spezielle Gesichtsmasken, die sich an verschiedene Gesichsformen anpassen und die VR-Brille für Brillenträger komfortabel machen soll, nicht mehr im Paket enthalten sind. Sie wurden kurz vor dem Start der Vorbestellungen wieder aus dem Lieferumfang entfernt.

Der ursprüngliche Werbetext, der die beiden Gesichtsmasken versprach, stand am 4. Januar 2016 noch auf der Webseite von Oculus VR und lautete: “The adjustment straps help you get a perfect fit and the sliding bars cantilever weight to minimize pressure. The two included facial interfaces will accommodate most faces, and the glasses spacer is designed to accommodate most glasses.” Der Text ist hier einsehbar (unter dem Bild von Oculus Rift auf das “+” klicken). Auf der Webseite vom 7. Januar ist der Hinweis auf die “Facial Interfaces” verschwunden.

Bisher gibt es kein Statement von Oculus VR, ob und wann die beiden Interfaces noch zur Verfügung gestellt werden. Seltsam ist es schon, dass Oculus VR die Gesichtsmasken trotz vorheriger Ankündigung stillschweigend aus dem Lieferumfang entfernt hat. Ein ähnlicher Schaumstoffring, speziell für Brillenträger geeignet, ist im Lieferumfang von HTC Vive enthalten.

Ursprüngliche Meldung:

Order Status: Verspätet. Kundenstatus: Richtig sauer. Viele Rift-Vorbesteller erhalten ihre VR-Brille deutlich später als gedacht.

Die Pechsträhne bei Oculus VR mag nicht so wirklich abreißen. Zuerst das negative Feedback auf den vermeintlich zu hohen Preis, dann der Vorwurf mangelnder Kommunikation mit Fans und Vorbestellern, die stärker werdende Konkurrenz durch HTC und Valve, die Vive-Brille konnte fast sämtliche Auszeichnungen in 2016 und viele positive Testergebnisse für sich verzeichnen, und zuletzt sehr kritische Diskussionen zur Kooperation mit der Datenkrake Facebook, die letztlich sogar darin mündeten, dass sich ein US-Senator nun schriftlich an Oculus-CEO Brendan Iribe wendet und um eine detaillierte Stellungnahme bittet.

Nun kommen deutliche Lieferengpässe hinzu. Bereits Anfang April kündigte Oculus VR Probleme bei der Herstellung von Oculus Rift aufgrund eines “unerwarteten Engpasses bei einer Komponente” an – welche das genau ist, verrät Oculus VR freilich nicht. Offenbar gibt es deutlich größere Probleme bei der Herstellung der VR-Brille als gedacht, denn viele Vorbesteller der ersten Stunde sollen erst im Mai oder Juni beliefert werden.

In den letzten Stunden aktualisierte Oculus VR die Accountdaten im eigenen Online-Shop mit einem etwas genaueren Lieferdatum. Das ist nicht auf den Tag genau, gibt aber immerhin einen Lieferzeitraum von zwei Wochen aus. Den Order-Status kann man unter diesem Link einsehen, er findet sich unter “Estimated Ship Date”. “Der Lieferzeitraum liegt aufgrund eines Engpasses bei einer Komponente möglicherweise später als du es ursprünglich erwartet hast”, warnt Oculus VR Vorbesteller in einer E-Mail vor.

In der Tat ist der angegebene Lieferzeitraum bei vielen Bestellern deutlich später als ursprünglich erwartet und die Internetforen bei Reddit laufen derzeit mit Beschwerden über. Einige Käufer, die bereits wenige Minuten nach dem Start der Vorbestellungen orderten, sollen die VR-Brille jetzt bis zu zwei Monate später erhalten. Ein guter Teil der Bestellungen wird erst ab Mitte Mai bis Juni verschickt, also rund zwei Monate nach dem vermeintlichen Launch am 28. März. Ein Vorbesteller direkt aus Kalifornien, er sitzt also sozusagen vor der Haustür von Oculus VR, der innerhalb von 21 Minuten seine Bestellung im Online-Shop platzierte, muss sogar bis Ende Juni warten.

Als kleines Trostpflaster für die Verspätung schenkt Oculus VR allen Vorbestellern die Portokosten – das sind nach Deutschland 41 Euro. VR-Enthusiasten, die zum Teil schon mehrere Jahre auf Oculus Rift warten, dürfte das nur bedingt aufmuntern. Kurzentschlossene, die die Rift-Brille erst jetzt bestellen, müssen sogar mindestens bis August auf eine Lieferung warten. Das sind satte vier Monate Lieferzeit, die, wie jetzt offensichtlich wird, nicht allein der hohen Nachfrage geschuldet sind. Vorbesteller, die erste Ende Januar oder im Laufe des Februars orderten, müssen Wartezeiten bis Juli und August hinnehmen.

| Featured Image: Oculus VR