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Oculus Rift: Virtual-Reality-Comic “Nanite Fulcrum” ausprobiert

von Matthias Bastian19. Februar 2017

Komischer Name, geniale VR-Erfahrung: Das virtuelle Comic “Nanite Fulcrum” zeigt, wie ein klassisches Medium in der Virtual Reality erweitert werden kann.

Der Ausgangspunkt für die Geschichte ist wie in der Realität ein völlig normales Comicheft. Die 3D-Controller Oculus Touch werden zu virtuellen Händen, mit denen man den ersten Band der Cyberstory “Nanite Fulcrum” greifen und darin herumblättern kann. Wie beim analogen Vorbild wird die Story Kästchen für Kästchen und Sprechblase für Sprechblase erzählt.

An der Stelle enden schon die Gemeinsamkeiten zwischen realem und virtuellem Comic. Denn über das reine Blättern und Lesen hinaus erweitert die Virtual-Reality-Adaption die Comicerfahrung grundlegend. Zum Beispiel liest man das Comic nicht auf der eigenen Couch, sondern in einer VR-Umgebung passend zur Story.

Einzelne Comictafeln sind mit einem blauen Rahmen umrandet. Die Entwickler nennen diese Szenen “Bonus-Panels”. Entdeckt man so ein Panel, kann man seinen Kopf in das Comic stecken und wechselt augenblicklich in die dreidimensionale Ansicht der entsprechenden Szene.

So wird man wortwörtlich in das Comic hineingesogen. Dort trifft man in einer 3D-Landschaft auf aufwendig gestaltete 3D-Modelle von Charakteren aus der Erzählung und beschäftigt sich mit einfachen interaktiven Elementen.

Das Spiel im Comic

Die Entwickler machen aus diesem Feature ein Meta-Spiel: Beim Lesen des Comics gilt es, alle Bonus-Panels zu entdecken. Die darin enthaltenen Objekte werden anschließend als Trophäe freigeschaltet. Zum Teil verstecken sich hinter den Trophäen zusätzliche Inhalte, beispielsweise ein interaktives Mini-Game, das die Handlung spielerisch aufgreift.

Die Story des Comics ist klassische Sci-Fi-Kost, doch konzeptionell ist die Anwendung spannend. Und: Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Branche entwickelt.

Das erste VR-Comic, das im September 2016 erschien, bestand allein aus gezeichneten 360-Fotos, in denen man sich umschauen konnte. Nanite Fulcrum nutzt die Möglichkeiten des neuen Mediums deutlich intensiver und interaktiver.

Die erste Episode ist kostenlos bei Oculus Home für Oculus Rift erhältlich. Der Zeitaufwand fürs Ausprobieren lohnt sich für Comicfans und für Leute, die sich mit neuen Konzepten fürs Geschichtenerzählen in Virtual Reality beschäftigen.

Entwickelt wird die VR-Erfahrung von “The Spiraloid Workshop Company”. Das Motto des Studios: “Wir starten das Comic in Virtual Reality neu”.

| Featured Image: The Spiraloid Workshop Company

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