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Oculus Rift: VR Anatomy ausprobiert – 3D-Lehrstunde in Anatomie ohne Schnickschnack

von Matthias Bastian4. Dezember 2016

Die Oculus-Rift-App “3D Organon VR Anatomy” bietet Anatomieunterricht in Virtual Reality.

Medizinstudierende und Menschen mit Interesse an Biologie haben jetzt eine weitere Möglichkeit, die Anatomie des menschlichen Körpers kennen zu lernen. Die Anwendung “3D Organon VR Anatomy” für Oculus Rift soll der bislang vollständigste Virtual-Reality-Atlas für Anatomie sein. Über 4.000 realistisch nachgebildete anatomische Modelle und Strukturen sind in der App als gerenderte 3D-Modelle hinterlegt.

Visualisiert werden alle Schichten des menschlichen Körpers. Dazu gehören der Aufbau des Skeletts, der Muskulatur, einzelner Organe, der Gefäße und der darin verlaufenden Nervenbahnen sowohl anhand eines männlichen und eines weiblichen Schaumodells. Jedes 3D-Modell ist mehrschichtig aufgebaut, sodass man einzelne Ebenen ein- und ausblenden kann.

Möchte man beispielsweise nur den genauen Verlauf der Nervenbahnen betrachten, kann man die Muskulatur und das Skelett entfernen und hat freien Blick. Ergänzend kann man das 3D-Modell beliebig ein- und auszoomen und rotieren. Wer Oculus Rift stehend verwendet, kann um die 3D-Modelle herumlaufen und mit dem eigenen Kopf ein- und auszoomen.

“Die beste Art, um Anatomie zu veranschaulichen”

Die Entwickler hoffen, dass die eigene Anwendung “wichtigen kognitiven Input bietet, um die räumlichen Verhältnisse der anatomischen Strukturen besser zu visualisieren, sodass Wissen nachhaltig abgespeichert wird.” In der Tat bieten die 3D-Modelle einen enorm übersichtlichen und detaillierten Einblick in den menschlichen Körper, der die abstrakten 2D-Darstellungen aus dem Biolehrbuch um Längen schlägt. Das bietet auch Laien einen klar erkennbaren Mehrwert und man kann sich gut vorstellen, dass Ärzte solche Anwendungen einsetzen, um den Patienten aufzuklären.

Geht man nach den (wenigen) Kommentaren bei Oculus Home, kommt die App beim Fachpublikum recht gut an. Eine angehende Zahnmedizinerin schreibt, die Anwendung sei “die beste Art überhaupt, um Anatomie zu veranschaulichen”. Ein anderer Kommentargeber spricht davon, dass die App ihm helfe, die Position von Muskeln, Nerven und Gefäßen in Relation zueinander besser zu visualisieren.

Die App ist bei Oculus Home für 30 Euro verfügbar. Im Verhältnis zu den Preisen herkömmlicher 2D-Anatomieatlase ist das fast ein Schnäppchen. Allerdings fokussiert sich “3D Organon VR Anatomy” stark auf den visuellen Aspekt. Die wichtigen Zusammenhänge und Funktionen der einzelnen Körperteile, die sich nicht allein durch das Betrachten erschließen, werden nur rudimentär in optional abrufbaren Textboxen erläutert.

| Featured Image: Medis Media

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