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HTC Vive: 15.000 Einheiten in zehn Minuten verkauft

von Matthias Bastian28. Februar 2016

Update vom 1. Februar:

Laut Shen Ye, VR-Experte bei HTC und verantwortlich für HTC Vive, wurden gestern innerhalb der ersten zehn Minuten 15.000 Vive-Einheiten verkauft. Die Vorbestellungen für HTC Vive laufen weiter, mittlerweile wird das Lieferdatum aber mit Mai angegeben. Zum Vergleich: Oculus Rift ist bereits bis Juli vergriffen.

Update vom 29. Februar:

Die Vorbestellungen für HTC Vive sind ab sofort unter diesem Link möglich. Aufgrund der hohen Nachfrage kommt es aber wiederholt zu Ausfällen des Servers, viele Kunden beklagen abgebrochene Bestellvorgänge. Schon nach rund 20 Minuten gab HTC außerdem die ersten “Ausverkauft”-Meldungen raus. Ob und wieviel später die nachfolgenden Vorbestellungen ausgeliefert werden, ist noch nicht bekannt. Laut dem offiziellen Twitter-Account handelte es sich bei der Meldung nur um einen Fehler. Unmittelbar nach der Bestellung wurden allerdings noch keine genauen Lieferdaten verraten.

Wie erwartet schlägt HTC, ähnlich wie auch Oculus VR, happige Portokosten auf den Preis der VR-Brille. Die Express-Versandkosten eingerechnet, zahlen Kunden aus Deutschland bis zu 960 Euro. Das macht die Vive-Brille 220 Euro teurer als Wettbewerber Oculus Rift. Die Vor-und Nachteile der beiden VR-Brillen, und wie der Preisunterschied zustande kommt, fassen wir weiter unten in der ursprünglichen Meldung ausführlich zusammen.

Update vom 28. Februar:

Auf den Leak folgt die Bestätigung: HTC macht es offiziell und nennt im HTC-Blog die EU-Preise für die VR-Brille. Wie vermutet kostet HTC Vive in Europa 899 Euro. Leider gibt HTC nicht an, ob Portokosten bereits im Preis inkludiert sind. Als Bonus gibt es noch eine kleine Überraschung: Neben “Job Simulator” und “Fantastic Contraption” wird auch Googles “Tilt Brush” der VR-Brille als dritte kostenlose VR-App beiliegen.

“Tilt Brush” ist Googles Design- und Zeichenanwendung für Virtual Reality. Der Künstler kann sich im virtuellen Raum frei bewegen, um seine Kreation herumwandern, sie von allen Seiten betrachten. Im Gegensatz zur 2D-Ansicht auf einem Monitor bekommt man so einen räumlichen Eindruck vom eigenen Kunstwerk. Mit den speziellen 3D-Controllern von HTC Vive kann man auch animierte 3D-Objekte wie Wolken, Rauch, Blitze oder Lichtstrahlen direkt in VR gestalten.

Die Bestellungen werden auf der offiziellen Webseite von HTC morgen ab 16 Uhr deutscher Zeit angenommen. Die Auslieferung der VR-Brille erfolgt dann im Laufe des April. Bezahlen kann man via Pay Pal oder Kreditkarte. Bei Bezahlung via Pay Pal wird direkt abgebucht, bei Kreditkarte erst, wenn die VR-Brille in den Versand geht.

Ursprüngliche Meldung:

Nun ist es doch passiert: Ursprünglich wollte HTC die EU-Preise für die VR-Brille erst beim Start der Vorbestellungen nennen. Ein Nutzer fand aber auf dem Webspace des offiziellen HTC-Blogs vorab eine Tabelle, in der alle Preise genannt sind. Diese sind von HTC noch nicht offiziell bestätigt und die Preistabelle wurde mittlerweile vom Webspace gelöscht.

Ein Hinweis für die Aktualität der Zahlen ist der UK-Preis: Dieser liegt bei 689 Pfund, exakt die gleiche Höhe, die auch vom Online-Magazin Mashable bereits vor einigen Tagen genannt wurde. Der Verkaufspreis für Deutschland wird mit 899 Euro inklusive Steuern angegeben, der US-Preis liegt bei 799 US-Dollar vor Steuern. Ob jeweils noch Versandkosten aufgeschlagen werden, ist aktuell nicht bekannt. Bei Oculus VR betrugen diese immerhin satte 42 Euro nach Deutschland. Die Preispolitik liegt in etwa auf Linie mit der von Oculus VR. Auch die Facebook-Tochter rechnete 599 US-Dollar vor Steuern in 699 Euro inklusive Steuern und zuzüglich Porto um. Damit dürfte Vive ziemlich genau 200 Euro teurer sein als Oculus Rift. Das Medienecho nach der Preisankündigung von 799 US-Dollar haben wir hier zusammengefasst.

Oculus Rift oder HTC Vive vorbestellen?

Für diesen Aufpreis bekommt man allerdings auch zusätzliche Hardware. Neben zwei 3D-Controllern ist ein ausgereiftes Trackingsystem beigelegt, das Bewegungen im ganzen Raum erkennen kann. Der Trackingradius beträgt bis zu 25m². Mitentwickelt wurde das System von Valve, weltweit einem der wichtigsten Unternehmen, wenn es um die Herstellung und den Vertrieb von PC-Software geht.

Zwar beherrscht auch Oculus Rift laut Oculus-Chef Palmer Luckey das Tracking im ganzen Raum, bisher zeigte die Facebook-Tochter aber keine entsprechenden Demonstrationen – so bleibt diese Option vorerst Theorie. Wer sich für eine VR-Brille entscheiden muss und Wert darauf legt, die Zeit im virtuellen Raum nicht nur im Sitzen oder Stehen zu verbringen, sondern sich frei darin zu bewegen, sollte daher zu HTC Vive greifen. Palmer Luckey machte Oculus-Fans Mitte Dezember bei Reddit keine großen Hoffnungen, dass sich das in absehbarer Zeit ändern könnte. Er ist vom Konzept hinter “Room-Scale-VR” noch nicht vollends überzeugt.

„Das System hat noch zu viele technische Probleme. Wir haben überlegt, vier Sensoren auf der E3 2015 zu zeigen, haben uns dann aber für ein Setup mit nur zwei Kameras entschieden, so wie es auch mit Oculus Touch ausgeliefert wird. Wir möchten das Setup vermarkten, das die meisten Leute auch nutzen wollen, nicht eine Fantasie, die die wenigsten Spiele ausnutzen werden. Ein Großteil der Software wird diese kompletten Motion-Tracking-Systeme nicht nutzen, so cool sie auch für einige Hardcore-Enthusiasten sein mögen. Das gleiche gilt auch für Subwoofer, Ventilatoren oder VR-Laufbänder.” Palmer Luckey via Reddit

Oculus Rift liegt bei Auslieferung nur ein gewöhnliches Gamepad bei. Die speziellen 3D-Controller Oculus Touch erscheinen erst in der zweiten Jahreshälfte 2016, Rift-Käufer werden dann erneut zur Kasse gebeten. Das könnte den Gesamtpreis von Oculus Rift bei gleicher Ausstattung nachträglich auf Vive-Niveau anheben.

Oculus Rift punktet allerdings mit exklusiver Software und einem garantierten Nachschub an VR-Spielen. Mehr Informationen zum Launch Line-Up von Facebooks VR-Brille soll es Mitte März auf einem Preview-Event im Rahmen der GDC geben. Außerdem ist ein hochwertiges 3D-Audiosystem bereits eingebaut, während Vive nur mit zwei Kopfhörern ausgeliefert wird.

Ein weiteres Vive-exklusives Feature sind die “Vive Phone Services”. Über Bluetooth verbindet sich die VR-Brille mit dem Smartphone und stellt Anrufe und Nachrichten durch. Der Empfänger kann darauf antworten, ohne die VR-Brille abzunehmen. Ein Mikrofon ist im Gerät integriert. Technisch sind die beiden Brillen ansonsten auf Augenhöhe, unterscheiden sich in Sachen Bildqualität und Sichtfeld nur minimal.

Ähnlich wie Oculus VR legt auch HTC zwei kostenlose Spiele bei: “Job Simulator: The 2050 Archives” von Owlchemy Labs, eine Art ausgeflippter VR-Jobsimulator, bei dem man genau für all die Verstöße gegen die gute Arbeitsmoral belohnt wird, für die man im Arbeitsalltag normalerweise eher eine Abmahnung bekommt, und Fantastic Contraption von Northway Games, ein Puzzlespiel in Virtual Reality.

Bezüglich der Mindestanforderungen an die PC-Hardware sind beide VR-Brillen fast gleichauf, Vive verlangt aber nach weniger Arbeitsspeicher und begnügt sich mit einem einzelnen USB 2.0-Anschluss.

HardwareOculus RiftHTC Vive
 GrafikkarteMindestens NVIDIA GTX 970 oder AMD 290Mindestens NVIDIA GTX 970 oder AMD 290
CPUMindestens Intel i5-4590Mindstens Intel i5-4590 oder AMD FX 8350
RAM8GB+ RAM4GB+ RAM
 Video OutputHDMI 1.3HDMI 1.4 oder DisplayPort 1.2 und besser
 USB Ports3x USB 3.0, 1x USB 2.0 port1x USB 2.0 oder besser
 BetriebssystemWindows 7 64-bit (Service Pack 1) oder besserWindows 7 64-bit (Service Pack 1) oder besser

 

| FEATURED IMAGE: HTC / Oculus / VRODO