Für 2018 versprach Oculus weniger, dafür aber umso hochwertigere Eigenentwicklungen. Diese Strategie birgt Chancen und Gefahren, wie sich am Beispiel von Marvel Powers United VR zeigt.

Das Rift-exklusive Superheldenspiel soll eines der teuersten, wenn nicht sogar das teuerste Projekt der Oculus Studios gewesen sein. Das sagt der für die Entwicklung des Titels verantwortliche Mike Doran gegenüber Road to VR.

“Die Zahl der Leute, die an dem Spiel arbeiteten, die Zeit, die wir reinsteckten, den Ehrgeiz, den wir hatten in Bezug auf die Zahl der spielbaren Charaktere, die wir ins Spiel bringen wollten: Wir dachten groß in allen Belangen”, sagt Doran. Zwei volle Jahre habe man an Marvel Powers United VR gearbeitet – eine ungewöhnlich lange Entwicklungszeit für einen VR-Titel.

Nur: Ein hohes Budget macht noch kein gutes Spiel. Das beweist das Urteil der internationalen Presse: Der Produktionsstandard sei zwar hoch, das Spiel selbst aber repetitiv und anspruchslos. Wer auf einen VR-Vorzeigetitel vom Kaliber des vor einem Jahr erschienen Lone Echo gehofft hat, wird wohl enttäuscht sein.

Womöglich erweist sich die starke Marke als Zugpferd und kurbelt, wie von Oculus erhofft, die Rift-Verkäufe an. Noch schöner wäre jedoch gewesen, wenn der Titel auch inhaltlich überzeugen würde und spielerisch neue Akzente gesetzt hätte.

2018: Wenig große Oculus-Studios-Titel

Ende 2017 kündigte der Leiter der Oculus Studios Jason Rubin eine neue Strategie an: “2016 war unser Ziel, den Oculus Store mit Inhalten zu füllen. 2017 wollten wir hochwertige Produktionen und eine größere Vielfalt an Titeln bereitstellen. In 2018 sollen die Inhalte größer und besser werden. Deswegen werden wir wahrscheinlich weniger Titel herausbringen, die aber umso größere Wirkung haben werden.”

Die Strategie birgt Risiken: Je weniger große Titel erscheinen, desto höher ist der Erwartungsdruck – und die Enttäuschung, wenn ein großzügig budgetierter Titel sein hochgestecktes Ziel verfehlt. Marvel Powers United VR ist der erste Oculus-Blockbuster in diesem Jahr und konnte Kritiker und Spieler nicht restlos begeistern.

Immerhin: Doran verspricht eine Weiterentwicklung des Titels, sofern Rift-Nutzer anhaltendes Interesse am Spiel zeigen. Er stellt Gratis-DLC in Aussicht, die neue Szenarien oder Geschichten beinhalten könnten. “Wir werden schauen, wie die Fans auf das Spiel reagieren und was sie sich wünschen”, sagt Doran.

Skeptischen Rift-Nutzer bleibt derweil nichts anderes übrig, als in die Zukunft zu schauen. Mit dem Agentenspiel Defector haben die Oculus Studios eine weitere, hochkarätige Produktion für dieses Jahr in Arbeit. Der Open-World-Titel Stormland und ein noch namenloser Shooter der Titanfall-Macher erscheinen erst 2019.

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| Featured Image: Marvel | Source: Road to VR

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