Oculus rollt in Taiwan, Japan und Seattle ein neues VR-Bildungsprogramm aus.

Die VR-Brille soll als Bildungsmedium glänzen, da Lernende Inhalte nicht mehr nur lesen, hören oder sehen, sondern erleben. In Verbindung mit der Motorik – Kopf- und Handbewegungen – soll sich ein virtuelles Erlebnis ähnlich tief ins Gedächtnis graben können wie ein reales. So lautet die Theorie, die in zarten Ansätzen belegt ist.

Ähnlich wie HTC in China und Google weltweit mit der Expeditions-App und VR-Laboren drängt Oculus zunehmend stärker in den Bildungssektor: In Taiwan, Japan und Seattle startet das Unternehmen jetzt ein Programm, das Schulen, Universitäten, Bibliotheken und Museen mit VR-Brillen versorgt.

Die Zielgruppen sollen verstehen, wie sie VR fürs Lernen und die Kollaboration nutzen können. Dafür werden im ersten Schritt gezielt Lehrer und Anweiser ausgebildet.

Oculus möchte durch das Programm außerdem die speziellen Bedürfnisse der Institutionen kennenlernen. Die Rückmeldungen würden bei der Entwicklung zukünftiger Produkte berücksichtigt, heißt es.

Schüler werden zu Entwicklern

In Taiwan spendet Oculus Rift- und Go-Brillen an die “Internet and E-Commerce Association (TiEA)”, die sie noch in diesem Jahr an Bibliotheken und Museen in unterschiedliche Regionen verteilt.

Die Institutionen entscheiden eigenständig, wie sie die VR-Technologie einsetzen. Ein Beispiel für Museen sei die Kreation von 3D-Kunst mit Apps wie Oculus Quill.

In den USA verfolgt Oculus eine andere Strategie: Zwei weiterführende Schulen in Seattle werden befähigt, kooperativ eigene VR-Inhalte für die Bildung zu entwickeln.

Das Ziel ist es, dass dieser Inhalt anschließend im Klassenraum eingesetzt werden kann. Die Schüler-Programmierer haben dafür ein Jahr Zeit.

Ein weiterer Partner in Seattle ist die “Technology Access Foundation (TAF)”. Gemeinsam mit der Organisation will Oculus ein Trainingsprogramm für Ausbilder entwickeln und nach Anwendungsszenarien in Schulen suchen.

In Japan setzt Oculus auf Telepräsenz: Studierende in ländlichen Gegenden sollen Lektionen mit der VR-Brille wahrnehmen. Wo genau der Vorteil liegt im Vergleich zu herkömmlichen Online-Studiengängen, geht aus der Ankündigung nicht hervor.

Drei neue VR-Apps für die Bildung

Passend zum neuen VR-Lernprogramm weist Oculus auf drei neue VR-Bildungserfahrungen hin: “Titanic VR” widmet sich ausführlich dem Untergang des legendären Kreuzfahrtschiffes (Testbericht, auch für HTC Vive,WMR, PSVR).

In “Hover Dam VR” kann der VR-Brillenträger den gewaltigen Staudamm am Colorado River erforschen. Die App bietet Hintergrundinfos und soll das Verständnis schärfen für die Funktionsweise des komplexen Bauwerks.

Die VR-App “Breaking Boundaries in Science” befasst sich mit dem Lebenswerk der drei herausragenden Forscherinnen Jane Goodall, Marie Curie und Grace Hopper. Die VR-Brille erlaubt den Blick in ihre Labore. Vertont wurde die App von Jane Goodall persönlich. Sie ist kostenlos für Oculus Go erhältlich.


Tagesaktuelle und redaktionell ausgewählte Tech- und VR-Deals: Zur Übersicht
VRODO-Podcast #120: Cebit-Erinnerungen, Duplex-Menschen und KI-Vorurteile | Alle Podcast-Folgen


Unsere Artikel enthalten vereinzelt sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über einen dieser Links erhalten wir eine kleine Provision. Der Kaufpreis bleibt gleich.