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Oculus-Story-Studios: Alle Details über den VR-Kurzfilm Henry Hedgehog

von Carolin Albrand29. Juli 2015

Happy Birthday, lieber Henry! Gestern feierte der Igel von Oculus-Story-Studios Geburtstag. Oder vielmehr: Premiere. Passend dazu veröffentlicht Oculus einen weiteren Trailer zur Entstehung des VR-Films. Besucher der Premiere konnten den Film bereits in voller Länge (zwölf Minuten) ansehen. Alle anderen müssen auf den Release der Consumer-Version von Oculus Rift warten, die im ersten Quartal 2016 erscheint. Käufer der VR-Brille können den VR-Kurzfilm dann kostenlos runterladen.

Die Hintergrundgeschichte erklärt Elijah Wood, bekannt aus “Herr der Ringe”. Sie ist so tragisch wie komisch: Henry hat keine Freunde weil der Igel eine Vorliebe dafür hat eben diese zu umarmen. Und das geht aufgrund seiner Stacheln selten gut aus. Also meiden die meisten Tiere Henry, auch an seinem Geburtstag.

Henry Hedgehog kuschelt zum Leidwesen seiner Freunde für sein Leben gern.

Henry Hedgehog kuschelt zum Leidwesen seiner Freunde für sein Leben gern.

Die Geschichte von Henry spielt dabei geschickt mit den neuen Möglichkeiten von Virtual Reality. Der Zuschauer fühlt sich in Henrys Wohnzimmer präsent und nimmt Handlung und Charaktere so besonders intensiv wahr. Zu Henry entsteht eine enge Bindung. Das ist auch für den Zuschauer eine Umstellung, an die er sich noch gewöhnen muss.

Als wir “Lost” (Anm. d. Red.: Der erste VR-Film der Oculus Studios) entwickelten, haben wir festgestellt, dass der Zuschauer einen Moment braucht, um sich in der Umgebung umzuschauen, damit eine Szene wirken kann und man sich präsent fühlt. Edward Saatchi, Produzent Story Studios

Mit soviel Zuneigung kann nicht jeder umgehen.

Mit soviel Zuneigung kann nicht jeder umgehen.

Aus diesem Grund gab es bei der Premiere vor dem Kurzfilm auch einen Trailer zu sehen: So konnte sich der Zuschauer schon an die VR-Umgebung gewöhnen, bevor die eigentliche Geschichte startete. Während Wood erzählt reagiert Henry ausdrucksstark. Voller Vorfreude sucht er immer wieder den Augenkontakt mit dem Zuschauer, den dieser nur durch demonstratives Wegschauen brechen kann. Schaut sich der Besucher im Haus um, blickt ihm der Igel nach. Zwangsläufig fühlt sich der Zuschauer präsent im Raum. So entsteht eine Bindung zu Henry – man fühlt mit ihm. Laut Saschka Unseld, Creative Director von Henry, reagierte Henry in frühen Versionen des Films nicht auf den Zuschauer, was bei Tests aber für Irritationen sorgte: “Es fühlt sich unnatürlich an, wenn Henry nicht zurückschaut. Man fühlt sich so, als ob man im Raum steht, da erwartet man auch, dass man angesehen wird”, sagt Unseld. Dennoch haben die Oculus-Entwickler dem Zuschauer keine physische Präsenz verliehen.

Führung des Blickverlaufs über Detailaufnahmen, Geräusche und den “Ladybug”

Bei einer 360-Grad-Umgebung den Blick des Zuschauers immer dorthin zu lenken, wo die Handlung passiert, ist für den Regisseur besonders anspruchsvoll. Denn der Zuschauer kann überall hinsehen: Unter den Tisch, um die nächste Ecke oder ins Bücherregal. Um der Story zu folgen braucht der Zuschauer einen konkreten Anlass. Bei Henry versucht Story Sudios über Nahaufnahmen die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf Details zu lenken. So wird der Zuschauer zuerst auf das Wesentliche aufmerksam gemacht, wie etwa das “Happy Birthday”-Schild in Henrys Wohnzimmer, und kann sich anschließend wieder frei in der 360-Grad-Umgebung umsehen.

Besonders wichtig ist auch der Ton: Dieser kann exakt im Raum verortet werden und lenkt so die Aufmerksamkeit durch Geräusche auf bestimmte Figuren oder Szenen. Der Zuschauer reagiert instinktiv und schaut in die Richtung aus der er das Geräusch vernommen hat. Auch visuelle Reize führen durch die Dramaturgie des Films. Ein kleiner Marienkäfer (auf englisch “Ladybug”), der durch die Szenerie fliegt, lenkt den Blick des Zuschauers durch Geräusche und Bewegung immer wieder auf die Handlung. Seine Rolle gleicht der des weißen Hasen bei Alice im Wunderland.

Ladybug

ACHTUNG SPOILER: Die Handlung in Kürze

Die Handlung ist einfach, aber eindringlich. Man begegnet dem Igel in seinem Baumhaus. Henry hat sich einen Geburtstagskuchen gebacken: Eine riesige roten Erdbeere mit einer Kerze oben drauf. Er trägt die Torte aus der Küche in sein liebevoll dekoriertes Wohnzimmer. Der Tisch ist gedeckt, das Happy-Birthday-Banner, Girlanden und einige Luftballons zieren den Raum. Henry ist euphorisch, voller Vorfreude auf die Party. Aber nur kurz. Die Stühle bleiben leer. Keiner seiner Freunde ist gekommen. Voller Trauer blickt er dem Zuschauer in die Augen. Als er die Kerze auspustet wünscht er sich nur eines: Freunde.

Der Wunsch des Igels (und zu diesem Zeitpunkt wohl von jedem Zuschauer) wird erhört: Die Flamme der Kerze verwandelt sich in leuchtende Funken, die durch den Raum fliegen und alles in ein blaues Licht tauchen.

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Henry schaut ihnen erstaunt nach bis sie auf den Tier-Luftballons landen und diese wie durch Zauberhand zum Leben erwachen. Die Ballontiere beginnen, um Henry und den Zuschauer zu tanzen, bis eines Henry zu nah kommt. Dieser umarmt das Tierchen sofort beherzt – und es platzt. Voller Panik beginnen die Luftballon-Tiere zu fliehen, verfolgt vom aufgeregten Henry. Aber der Igel gibt sich geschlagen, öffnet die Haustür und lässt alle Ballons ziehen. Allein und verletzt bleibt der Zuschauer mit Henry zurück.

Dann klopft es an der Haustür. Henry springt auf und öffnet die Tür. Die Ballons kommen zurück und haben etwas dabei: Eine Schildkröte. Als die Schildkröte ihren Kopf aus dem Panzer streckt wird klar: Die Ballontierchen haben Henry einen Freund gebracht. Die Schildkröte freut sich so sehr Henry zu sehen, dass sie ihn mit einer dicken Umarmung begrüßt. Der erschreckt sich kräftig, aber dann wird ihm schnell klar: Endlich hat er einen Freund, dem er nicht weh tun kann.

Trailer zur Premiere des Oculus VR-Kurzfilms Henry:

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| SOURCE: Oculus VR Blog
| VIA: UploadVR, WIRED
| IMAGE: Oculus Story Studios, Screenshot Vimeo
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