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Oculus: Videochef geht und wird nicht ersetzt

von Matthias Bastian26. August 2017

Die Restrukturierung bei Oculus VR schreitet voran. Kurze Zeit nach der Schließung der Story Studios geht jetzt der Videochef Eugene Wei.

Oculus-Videochef Eugene Wei verlässt Facebook nach rund anderthalb Jahren als Leiter der Abteilung für VR- und 360-Videos. Wei startete im November 2015 bei Oculus, zuvor arbeitete er in Führungsrollen bei Flipboard und dem Streaming-Service Hulu. Ein Oculus-Sprecher bestätigt gegenüber der Webseite Techcrunch, dass die Stelle nicht neu besetzt wird.

Im eigenen Blog schreibt Wei, dass er Mitte Juli gegangen ist, wenige Wochen nach der Schließung der Oculus Story Studios im Mai. Das interne Filmstudio diente als Labor für die Entwicklung experimenteller VR-Filmformate. Die rund 50 Angestellten wurden entlassen.

Facebook schloss die Story Studios mit der Begründung, das Geld – rund 50 Millionen US-Dollar – lieber in die Fortentwicklung der VR-Technologie und in externe Entwickler und Kreative investieren zu wollen als in interne Strukturen. Das ist näher am Geschäftsmodell von Facebook, das auf die Vermarktung und nicht auf die Erstellung von Inhalten ausgelegt ist.

Facbeook baut Oculus um

Weis Abschied und der Schließung der Story-Studios ging eine größere Restrukturierung von Oculus Ende 2016 voraus, durch die das frühere Startup noch direkter an Facebook angebunden wurde.

Der Geschäftsführer Brendan Iribe wurde zum Leiter der neu formierten PC-Abteilung umfunktioniert, seine Rolle bleibt unbesetzt. Als neuen leitenden Manager installierte Facebook-Chef Marc Zuckerberg seinen Freund Hugo Barra, der zuvor für Xiaomi und Google arbeitete.

Iribe machte in einem Reddit-Kommentar die Motivation hinter dieser Neuformierung klar: “Wir schicken den Titel des CEO in den Ruhestand, da Oculus jetzt Facebook gehört.”

Die mobile VR-Sparte, die parallel zur PC-Abteilung aufgesetzt wurde, wird von Jon Thomason geleitet. Er war zuvor Leiter von Oculus’ Softwareentwicklung. Ende März ging Oculus-Mitgründer Palmer Luckey, der lange Zeit als Gesicht und Sprecher des Unternehmens auftrat. Er scheiterte an einer Politaffäre.

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