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Oculus VR erforscht neues System für haptisches Feedback

von Matthias Bastian7. Juli 2016

Vibrationsmotoren in 3D-Controllern wie Oculus Touch sind zu rudimentär, um glaubhaftes haptisches Feedback in Virtual Reality zu übertragen. Daher forscht Oculus VR an neuen Möglichkeiten.

Das US-Magazin MIT Technology Review berichtet über “HapticWave”, ein neues Forschungsprojekt von Facebook und Oculus VR, um virtuelle Umgebungen fühlbar zu machen. Eine Metallplatte sitzt auf einem elektromagnetischen Antriebselement, das wellenartige Vibrationen an die Hand sendet, die in der Mitte der Platte aufliegt. Die Besonderheit dabei ist, dass die Vibrationen nicht statisch sind. Bewegungssensoren erkennen, wo sich die Hand auf der Platte befindet. Die verbauten Motoren übertragen dazu passende Bewegungsinformationen. Tiefe Schwingungsfrequenzen simulieren besonders schwere Objekte, hohe Frequenzen leichte. Bei einer Demo können Nutzer beispielsweise anhand der Vibrationen erspüren, aus welcher Richtung ein virtueller Ball auf der ebenfalls virtuellen Tischplatte aufspringt.

Laut Oculus-Forscher Ravish Mehra könne man so beispielsweise die Bewegungen einer anderen Person fühlen oder virtuelle Brettspiele spielen. Wie und ob die erforschte Technologie einmal Bestandteil eines Produkts wird, möchte Mehra nicht kommentieren. Vorerst soll die Platte nur größer und dünner werden. Erste Demos werden auf der Fachmesse Siggraph 2016 gezeigt, die ab dem 24. Juli im kalifornischen Anaheim stattfindet.

Auch Ouclus-Rift-Erfinder Palmer Luckey sieht die haptischen Signale als wichtigen Bestandteil zukünftiger VR-Technologien, um das Gefühl von Immersion und Präsenz weiter zu verstärken. Die kommenden Oculus-Touch-Controller hätten zwar leistungsfähige Vibrationsmotoren verbaut. Dennoch sollen diese noch nicht ausreichen, um die Interaktion mit rein virtuellen Objekten authentisch zu simulieren. Unter anderem brauche es laut Luckey eine Technologie, die Handbewegungen einfach stoppe, so dass man durch rein digitale Objekte nicht mehr hindurchgreifen könne.

Darf es gleich ein komplettes Exoskelett sein?

Während probate Einzellösungen noch in weiter Ferne zu sein scheinen, versucht sich ein US-Startup aus Seattle an der großen Lösung. Die Mission des Unternehmens: “Virtual Reality fühlbar machen.” Dafür konstruieren die Ingenieure ein komplexes, mehrteiliges Exoskelett. Das bietet unter anderem haptisches Feedback für die Hände und taktiles Feedback für die Fußsohlen. Man hängt zwar in der Luft und tritt auch nur in eben diese, das soll sich dennoch wie ein richtiger Schritt anfühlen. Für den Heimgebrauch ist das System aber noch deutlich zu teuer. Das Exoskelett wird vorerst nur an Unternehmen, medizinische Einrichtungen und Vergnügungsparks verkauft werden.

| Source: MIT Technology Review | Featured Image: Oculus VR / MIT Technology Review