Im vergangenen Mai schloss Facebook überraschend das eigene Virtual-Reality-Filmstudio. Jetzt formieren sich die Ehemaligen neu und wollen ihre Pionierarbeit fortsetzen. Allerdings nicht mehr zwingend nur für die VR-Brille.

Die Schließung der Oculus Story Studios ist in Facebooks Geschäftsmodell begründet: Das soziale Netzwerk produziert keine eigenen Inhalte, sondern verteilt und verwertet die Arbeit anderer. Das interne Story Studio sollte mit hochwertigen VR-Filmen Aufmerksamkeit für Virtual Reality abseits von Videospielen schaffen und andere Filmemacher inspirieren. Das gelang, unter anderem gewann das Studio einen Emmy für den VR-Film Henry und lieferte mit Dear Angelica ein Stück atemberaubende Virtual-Reality-Kunst ab.

Für die VR-Branche ist es eine gute Nachricht, dass das handwerkliche Talent der Story Studios nicht verloren geht: Im Fable Studio formieren sich ehemalige Mitarbeiter neu. Ihr nächstes Projekt “Wolves in the Walls” ist eine interaktive Geschichte basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch des englischen Autors Neil Gaima. Die Entwicklung startete noch bei Facebook.

Die Geschichte handelt von Lucy, einem Mädchen, das Wölfe in den Wänden entdeckt und ihre Familie von der übernatürlichen Gefahr überzeugen muss. Der Zuschauer soll dem Mädchen dabei helfen, Beweise zu sammeln und die Familie zu retten. Der Film feiert in den kommenden Tagen auf dem Sundance Filmfestival in Utah Premiere.

Nicht mehr nur Virtual Reality

Anders als bei den Story Studios will sich das Team zukünftig nicht nur auf Virtual Reality fokussieren, sondern hat sich hochwertige interaktive Charaktere als Mission auf die Fahne geschrieben. Diese könnten zum Beispiel im Augmented-Reality-Kontext im eigenen Wohnzimmer statt in der VR-Brille inszeniert werden. Vor Jahren, sagt Fable-Studio-Mitgründer Edward Saatchi, sei er davon überzeugt gewesen, dass ein zweistündiger VR-Film das große Ziel sei – diese Überzeugung hätte ihn verlassen.

Dennoch kündigt das Fable Studio vorerst reichlich VR-Projekte an: Auf Wolves in the Walls sollen vier weitere interaktive VR-Experimente folgen, die einen interessanten Mix aus Film und Spiel versprechen.

Das Fable Studio verfolgt neben neuen VR-Filmen ein zweites Ziel, das für die Branche richtungsweisender sein könnte als die neuen Inhalte: Bislang wurden VR-Filme meist kostenlos verbreitet, in Zukunft sollen Nutzer zahlen.

Alle kommenden Veröffentlichungen des Fable Studios werden verkauft, pro zehn Minuten Spieldauer wird ein US-Dollar fällig. Das ist eine überschaubare Summe, die aber ausreicht, um die Zahlungsbereitschaft der VR-Gemeinde abzufragen.

| Featured Image: Fable Studio


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