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Oculus VR investiert in Oculus Touch, Vielfalt und Karaoke

von Matthias Bastian7. Oktober 2016

Oculus VR fördert 360-Videos, bringt gleich drei Apps für kreative Touch-Virtuosen auf den Markt und kauft bei Harmonix ein soziales VR-Karaoke ein.

Bei der Flut an Neuigkeiten von der Oculus Connect 3 geht eine besonders wichtige Nachricht fast unter: Oculus VR investiert nicht nur in die neueste Technologie, sondern auch in den sozialen Unterbau der wachsenden VR-Branche. Zehn Millionen US-Dollar fließen in Gleichstellungsprojekte, darunter “Launch Pad”, “VR for Good”, “Amplified New Voices” und das “Diverse Filmmakers Project”.

Das letztgenannte Projekt unterstützt Frauen und Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen dabei, 360-Dokumentationen und interaktive VR-Erfahrungen für Oculus Touch zu erstellen.

Außerdem kooperiert Oculus mit Unity, Samsung und AMD und bietet an ausgewählten Universitäten Weiterbildungen an, damit diese eigene Kurse für die Erstellung von VR-Inhalten entwickeln können.

Weitere Kooperationen mit den Walt Disney Studios, Alon Interactive sowie der Nasa – für das virtuelle Training von Astronauten – sollen das VR-Ökosystem erweitern.

Oculus Touch soll die VR-Maus für Spiele und Werkzeuge werden

Er könne sich vorstellen, dass Oculus Touch die Maus der Zukunft wird, sagte Oculus’ Techphilosoph Michael Abrash bei seinem Vortrag über die Zukunft der Virtual Reality. Den Beweis für diesen Allzweckanspruch des neuen Interface möchte Oculus VR direkt zum Launch liefern.

Die App Medium wird kostenlos zusammen mit den Touch-Controllern veröffentlicht. Bei Medium kann man digitalen Lehm mit den virtuellen Händen formen und manipulieren. Wer das beherrscht, kann fantastische Skulpturen erstellen, die anschließend via 3D-Druck in die Realität geholt werden können.

Quill ist ein Design-Werkzeug, das von den Oculus Story Studios intern verwendet wird, um Illustrationen wie beim kommenden VR-Film “Dear Angelica” umzusetzen. Der soll noch in diesem Jahr im Oculus Store erscheinen. Künstler können Quill dafür nutzen, statische Illustrationen und animierte VR-Erfahrungen zu erstellen.

Kingspray ist zurück

Lange Zeit war es still um die Graffiti-Simulation Kingspray, bei der man virtuell Wände vollschmieren oder – abhängig vom Talent – auch kreativ verzieren kann. Nun melden sich die Entwickler von Infectious Ape auf der Oculus Connect zurück und kündigen Unterstützung für Oculus Rift samt den Touch-Controllern an.

Kingspray unterstützt das neue Avatar-System von Oculus, sodass mehrere Nutzer gemeinsam in der Virtual Reality sprayen können. Angst vor der Polizei muss man dabei nicht haben, denn diese Bedrohung wird erfreulicherweise nicht simuliert.

Äußerst realistisch hingegen wird das Sprühverhalten der Kannen dargestellt, unter anderem mit verschiedenen Luftdrücken, überlagerten Farbschichten und unschönen Tropfnasen. Mittels Teleport bewegt man sich zwischen Cargo und Mural und wird mit seinen Pieces zum All City King. Nicht kapiert? Dann wird es höchste Zeit für ein Sprechtraining.

Karaoke in Virtual Reality: Harmonix bringt SingSpace für Gear VR

Die Entwickler von Harmonix sind bei Gamern bekannt für erfolgreiche Musikspiele. Unter anderem entwickelte das Studio das beliebte Rock Band, bei dem mehrere Spieler mit vereinfachten Spielzeuginstrumenten gemeinsam den Rockstar-Traum nachfühlen können.

Zumindest einen wesentlichen Teil des Rockstar-Daseins transportiert Harmonix im Frühling 2017 in die Virtual Reality. Nein, nicht die Drogen oder den Sex, sondern die Stimme. Bei SingSpace für Samsungs Gear VR steht der VR-Brillenträger virtuell auf einer Bühne und darf in sein Smartphone-Mikro trällern.

Übers Internet kann man sich gemeinsam mit Freunden dem Virtual-Reality-Karaoke hingeben. Aber Vorsicht: Schiefe Gesangseinlagen verursachen auch in VR ganz reale Kopfschmerzen. Ob der Gang auf die VR-Bühne wohl echtes Lampenfieber auslöst?

| Featured Image: Oculus VR