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Oculus VR: Klage von TRT gegen Palmer Luckey abgewiesen

von Matthias Bastian11. März 2017

Facebook-Chef Marc Zuckerberg wird es freuen: Er muss vorerst nicht erneut für Oculus’ lose Interpretation von vertraglichen Vereinbarungen in die Tasche greifen. Einer Klage von Total Recall Technologies wurde nicht stattgegeben.

Die Klage reichte Total Recall Technologies im Mai 2015 ein, die Ursachen für diese reichen bis in das Jahr 2010 zurück. Damals sollen die TRT-Mitarbeiter Ron Igra und Thomas Seidl an einer Methode gearbeitet haben, um interaktive Videos mit Erfassung der Kopfbewegungen in einer Art VR-Brille darzustellen.

Das Konzept diskutierte TRT-Mitgründer Seidl mit Palmer Luckey. Das war noch vor der Gründung von Oculus VR und der Erfindung der VR-Brille Oculus Rift. Im Jahr 2011 patentierte TRT eine Hardware und beauftragte Palmer Luckey damit, auf Basis des Patents den Prototyp einer VR-Brille zu entwickeln. Luckey baute einen ersten Entwurf und lieferte diesen an TRT, um anschließend die Zusammenarbeit zu beenden.

Das Unternehmen gab Luckey Feedback zum Entwurf, das dieser laut TRT anschließend dazu nutzte, um den Prototyp für Oculus Rift zu entwickeln. Damit soll Luckey eine vertraglich vereinbarte Geheimhaltungsklausel gebrochen haben.

Unbezahlte Rechnungen können teuer werden

Die Klage von TRT wurde jetzt von einem Gericht in Kalifornien abgewiesen. Offenbar blieb eine Zahlung von TRT gegenüber Palmer Luckey aus, sodass der Vertrag gar nicht zustande kam. Weiterhin ist es fraglich, ob und in welchem Umfang Wissen und Technologie von TRT beim Bau von Oculus Rift eine Rolle spielte.

Erst Ende Januar wurde Facebook mit 500 Millionen US-Dollar zur Kasse gebeten, um eine Strafe wegen Vertragsbruch gegenüber Zenimax zu begleichen. Die Sache Oculus vs. Zenimax ist noch nicht ausgestanden: Zenimax hat Ende Februar vor Gericht einen Antrag auf eine Unterlassungsverfügung gegen Oculus VR eingereicht und möchte einen Verkaufsstopp für Oculus Rift erzwingen.

Oculus-Technikguru John Carmack macht derweil einen Nebenkriegsschauplatz auf: Er verklagt Zenimax über 22,5 Millionen US-Dollar, die ihm aus der Übernahme von ID Software aus 2009 angeblich zustünden, aber nie ausgezahlt wurden.

| Featured Image: Official GDC bei Flickr. Lizenziert nach CC BY 2.0. | Via: Techcrunch

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