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Oculus VR: Keine VR-Pornos im offiziellen Oculus-Rift-Store

von Carolin Albrand13. Juni 2015

Oculus möchte die Virtual-Reality-Erfahrung für die Nutzer von Oculus Rift nach eigenen Angaben so sicher und ansprechend wie möglich halten. Das Facebook-Tochterunternehmen startet den Verkauf der Consumer-Version der Oculus Rift Anfang nächstes Jahres und wird ähnlich wie Apple digitale Produkte in einem eigenen App-Store anbieten. Anwender der Oculus Rift können dort Games, Filme und andere VR-Apps herunterladen. Oculus plant nach einem eigenen Verfahren zu prüfen, welche App für den Store geeignet ist. Auch ein Bewertungssystem ist in Planung. Schon jetzt gibt es im Entwickler-Store Oculus Share beispielsweise Kategorien, die beschreiben, ob die Kamerafahrten in einer App eher ruhig oder hektisch sind, um zu verhindern, dass sensible Nutzer Apps probieren, bei denen ihnen übel wird.

Facebook sagt Nein zu Pornos für Oculus Rift

Vergeblich werden Nutzer VR-Pornos im fertigen Oculus Store suchen.  Gegenüber dem Buisness Insider UK erklärte ein nicht namentlich genannter Oculus-VR-Sprecher:

Oculus wird ausschließlich Inhalte von Entwicklern anbieten, die nicht den allgemeinen Leistungsbedingungen widersprechen. Folglich sind pornographische Inhalte im Oculus Store verboten. Sprecher von Oculus VR

In Sinne des Jugendschutzes macht diese Einschränkung durchaus Sinn, da Oculus Rift ab einem Alter von 13 Jahren genutzt werden darf, obwohl natürlich spezielle “ab 18”-Bereiche eingerichtet werden könnten. Die bisherige Einschränkung scheint sich allerdings erstmal nur auf pornographische Inhalte zu beziehen: Gewalt in Spielen oder Filmen wird bisher nicht diskutiert und ist im Gegensatz zu Sex noch kein generelles Ausschlusskriterium. Das ist wenig überraschend, gibt es doch viele Beispiele dafür, dass die USA deutlich lockerer mit Knarren als mit Erotik umgeht.

Oculus VR ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bereit darüber zu sprechen, welche Bedingungen Entwickler erfüllen müssen, um im Oculus Store verkaufen zu dürfen. Sprecher von Oculus VR

Oculus wird sich in naher Zukunft zu diesem Thema äußern müssen, denn Spiele und Filme, auch mit Inhalten ab 18, sind die Hauptanwendungsfelder für die VR-Brille und viele Produkte sind gerade in Entwicklung. Das Besondere an der aktuellen Situation: Bestehende Gesetze für den Jugendschutz können nur schwer eins zu eins auf das neue Medium übertragen werden. Immerhin ist bisher nichts darüber bekannt, wie der dauerhafte VR-Konsum vom menschlichen Gehirn verarbeitet wird, gerade bei Jugendlichen. Auch der Aufbau von Handlungssträngen ist nicht mehr der gleiche: Geschichten müssen anders erzählt werden, da der Nutzer mehr und mehr zum Teil des Spiels oder des Films wird. Grenzen zwischen diesen beiden Medien werden stärker verschwimmen. Das wirkt sich auch auf die Medienwirkung aus.

Natürlich entscheidet nicht allein Oculus VR wie viel Gewalt oder Sex in Virtual Reality schon zu viel ist. Im Internet wird es Personen und Unternehmen geben, die jede Art von Inhalt entwickeln und für den Konsum zur Verfügung stellen. Bereits jetzt bieten einige Unternehmen spezielle 360°-Pornos für Oculus Rift und andere VR-Brillen an. Allerdings werden große Anbieter wie Oculus VR in den offiziellen Stores festlegen, wie der Massenmarkt Virtual Reality erleben wird.

| SOURCE: Oculus VR
| IMAGES: Pixabay