0

Oculus VR vs. Zenimax: Angeblich belastendes Material auf Carmacks Festplatte gefunden

von Matthias Bastian30. Oktober 2016

Update vom 30. Oktober:

Wie Polygon berichtet, wurde offenbar belastendes Material auf John Carmacks Festplatte gefunden. Dieses soll nachweisen, dass Verantwortliche von Oculus VR unter Eid Falschaussagen getätigt haben. Das Material liegt nun bei Zenimax zur Sichtung. Oculus VR hat zwei Wochen Zeit, um auf die neuerlichen Vorwürfe zu reagieren. Ebenso muss Samsung innerhalb der nächsten drei Wochen Details zur Kooperation mit Oculus zu Gear VR offenlegen.

John Carmack ist der Technikchef von Oculus VR und eine entscheidende Figur der neuen VR-Branche. Er verhalf Palmer Luckey zu deutlich mehr Aufmerksamkeit, als dieser an seinen ersten Prototypen für Oculus Rift bastelte. Ohne Carmacks Unterstützung und guten Namen wäre Luckey womöglich bereits an der Kickstarter-Kampagne gescheitert. Carmack soll Luckey für die Entwicklung von Oculus Rift Wissen zur Verfügung gestellt haben, das bei Zenimax erarbeitet wurde.

Ursprünglicher Artikel vom 23. August 2016: Oculus VR vs. Zenimax: Der Rechtsstreit geht in die nächste Runde

Lange Zeit war es still in der Streitsache zwischen Zenimax und Oculus VR. Jetzt erhebt Zenimax neue Vorwürfe – und die haben es in sich.

Zenimax ist der frühere Arbeitgeber von John Carmack. Das Unternehmen besitzt namhafte Entwicklerstudios wie Bethesda und hält die Rechte an bekannten Spielemarken wie Fallout oder Doom, für die bereits Virtual-Reality-Adaptionen in Entwicklung sind.

Zenimax behauptet, dass die grundlegende Entwicklungsarbeit für Oculus Rift nicht in Palmer Luckeys Garage, sondern in den eigenen Büros geleistet wurde. John Carmack, mittlerweile Technikchef bei Oculus VR, soll das Wissen vor seinem Wechsel zu Oculus VR widerrechtlich entwendet haben.

In der aktualisierten Klage spricht Zenimax davon, dass John Carmack kurz vor dem Ende seiner Anstellung “tausende Dokumente von einem Computer auf einen USB-Stick” kopiert habe. Diese Dateien seien nach seinem Weggang nicht zurückgegeben worden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll Carmack an seinen alten Arbeitsplatz zurückgekehrt sein, um “ein maßgeschneidertes Werkzeug für die Entwicklung von VR-Technologie” zu entwenden.

Luckey fehlte laut Zenimax das Know-how für die Entwicklung von Oculus Rift

Palmer Luckey, der in der öffentlichen Wahrnehmung als Garagenbastler die Rift-Brille erfunden hat, soll laut Zenimax weder das Wissen noch die Ressourcen gehabt haben, um kommerziell brauchbare VR-Technologie zu entwickeln. “Seine Fertigkeiten im Programmieren waren rudimentär”, heißt es in der Anklageschrift. Luckey soll Programmcode von Zenimax verwendet habe, um den Rift-Prototypen zu demonstrieren. Er soll bei der Entwicklung des Codes “keinen nennenswerten Beitrag” geleistet haben. Ebenso wird Oculus-Geschäftsführer Brendan Iribe belastet. Er hätte über alle Vorgänge Bescheid gewusst und gezielt den Garagen-Mythos um Palmer Luckey geprägt.

Auch Facebook soll vor der Übernahme von Oculus VR über die Beschwerde seitens Zenimax informiert gewesen sein, sich aber bewusst darüber hinweggesetzt haben. Zenimax besteht auf eine Gerichtsverhandlung.

In einer Stellungnahme bezeichnet Oculus VR die Anklageschrift als “einseitige Interpretation seitens Zenimax”. Die Anklage sei unbegründet und die Vorwürfe sollen vor Gericht geklärt werden.

Zenimax v Oculus – Amended Complaint by Michael Futter on Scribd

| Featured Image: EvrydayVR /Flickr | Via: Gameinformer