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Oculus zeigt Vorzüge des neuen Rift-Interfaces

von Tomislav Bezmalinovic26. Oktober 2017

Im Dezember erscheint mit Oculus Dash ein komplett neues Benutzerinterface für Oculus Rift. Der Produktmanager Brandon Dillon erklärt die Philosophie hinter dem neuen Design.

Dillon beginnt mit einem Rückblick, angefangen beim frühen Oculus SDK des zweiten Rift-Entwicklerkits. Damals gab es Oculus Home noch nicht und Nutzer mussten jedes Mal die VR-Brille abnehmen und eine Windows-Applikation auf dem Monitor per Maus und Tastatur bedienen, wenn sie Einstellungen vornehmen wollten.

Seither sind drei Jahre vergangen und Rift-Nutzer können auf viele Funktionen innerhalb der Virtual Reality zugreifen. Dennoch ist die Nutzeroberfläche längst nicht perfekt. Als Oculus Rift im Frühjahr 2016 erschien, war der VR-Brille ein Gamepad beigelegt, Oculus Touch kam erst Ende des Jahres heraus. Das Interface war und ist bis heute für die Bedienung per Gamepad optimiert und fühlt sich auch dementsprechend an.

Alles in einem, von überall aus

Dillons Team machte neben der fehlenden Touch-Optimierung zwei weitere Störfaktoren aus: Das für sich stehende Universalmenü, das die VR-Erfahrung beim Aufrufen unterbricht und die Nutzer in einen anderen Raum versetzt und der fehlende Zugriff auf den Desktop und externe Windows-Apps. Letzteres führt noch immer dazu, dass Nutzer die VR-Brille absetzen und auf das klassische, zweidimensionale Computerinterface wechseln müssen.

Mit Oculus Dash gehen die Designer alle drei Probleme an. Drückt man die Oculus-Taste wechselt man nicht mehr in das Universalmenü. Stattdessen wird innerhalb der laufenden VR-App und unmittelbar vor dem Nutzer eine graue Leiste eingeblendet, die man bequem per Oculus Touch bedient und die Zugriff auf sämtliche Funktionen gewährt: Man kann den App Store aufrufen, mit Freunden in eine andere App springen oder Einstellungen vornehmen.

Oculus_Dash_Overlay

Oculus Desktop

Das zweite große Feature ist der “Oculus Desktop”, mit dem sich Windows-Applikationen in die Virtual Reality holen lassen. Die erscheinen in Form virtueller Monitore, die man frei um sich herum positionieren und festpinnen kann, sodass sie nach dem Schließen von Dash weiter im virtuellen Raum schweben.

Dadurch eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für Rift-Nutzer: Wer mit Apps wie Quill und Medium zeichnet oder modelliert, kann sich mit Google Chrome Bildvorlagen in die Virtual Reality holen. Musikliebhaber können beim Spielen Spotify laufen lassen und Youtube-Nutzer Videos schauen. VR-Entwickler arbeiten direkt in der Virtual Reality. Dank externer Messengerdienste bleibt man auch in der Virtual Reality stets mit Freunden in Kontakt.

Dash hat laut Dillon keinen spürbaren Einfluss auf die Gesamtleistung. Aktiviert man das Interface innerhalb einer VR-App sei mit einer zusätzlichen Latenz von zwei Millisekunden und einem geringen Leistungseinbruch zu rechnen. Sollte die Bildwiederholrate stärker einbrechen, wechsle die Systemsoftware automatisch auf das Universalmenü.

Oculus Dash ist Teil des großen Softwareupdates “Rift Core 2.0”, das im Dezember erscheint und Oculus Home ebenfalls verbessert. Die Neuerungen haben wir hier zusammengefasst.

| Featured Image and Source: Oculus (Screenshot)

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