Die “Khronos Group” bemüht sich unter anderem um offene Standards für die Mixed Reality. Jetzt hat sie ein neues Mitglied: Magic Leap.

Wenige Wochen vor dem Marktstart der Erstlingsbrille Magic Leap One tritt Magic Leap offiziell der Khronos Group bei, einem Konsortium der IT-Industrie, das sich seit 2000 um offene Industriestandards bemüht. Ihm gehören Techkonzerne wie Google, Microsoft, Sony und viele mehr an.

Eine Arbeitsgruppe der Khronos Group bemüht sich um offene Standards speziell für die Mixed-Reality-Zukunft. Im Dezember 2016 formierte sie sich, im Februar 2017 wurde die neue Schnittstelle OpenXR benannt. Sie soll beispielsweise die Software-Erfassung von Kopf- und Handbewegungen vereinheitlichen.

An der OpenXR-Arbeitsgruppe beteiligen sich Unternehmen wie Oculus, Valve, Sony, HTC, Nvidia und weitere. Auch Microsoft, das mit “Direct Reality” zunächst einen eigenen Mixed-Reality-Standard etablieren wollte, trat im November 2017 der Gruppe bei.

Auf der OpenXR-Webseite wird Magic Leap noch nicht geführt. Das dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

OpenXR besteht aus zwei Teilen: einem Standard für Entwicklungsumgebungen wie Unity oder die Unreal Engine (“Application Interface”) und einem Hardware-Standard, der die Kompatibilität mit verschiedenen Endgeräten wie Oculus Rift und HTC Vive sicherstellt (“Device Layer”).

OpenXR besteht aus zwei Lagen: einem Standard für Entwicklungsumgebungen wie Unity oder die Unreal Engine (“Application Interface”) und einem Hardware-Standard, der die Kompatibilität mit verschiedenen Endgeräten wie Oculus Rift und HTC Vive sicherstellt (“Device Layer”).

Viele Plattformen trotz Mini-Markt – das muss sich ändern

Die an OpenXR beteiligten Unternehmen wollen gemeinsam der Fragmentierung des VR- und AR-Marktes entgegenwirken, der sich bereits in dieser frühen Phase der Industrie auf zahlreiche Plattformen – jeweils mit eigener Betriebssoftware – aufspaltet.

Insbesondere Entwickler sollen von OpenXR profitieren: Der Standard erleichtert es ihnen, ihre Software für mehrere Plattformen gleichzeitig zu veröffentlichen oder von einer Plattform zur anderen zu portieren.

Für Endverbraucher könnte OpenXR ebenfalls Vorteile bringen: Anwendungen könnten zukünftig mit jeder VR- oder AR-Brille kompatibel sein und Verbrauchern die Entscheidung für ein System erleichtern. Hersteller von Brillen hätten allerdings weiter die Möglichkeit, Software-Exklusivität wirtschaftlich zu begründen.

Details zu Magic Leaps Beteiligung nennt die Khronos Group nicht. Bekannt ist, dass Magic Leap an einem eigenen Betriebssystem für die Mixed Reality arbeitet. Ob bei der Entwicklung in den vergangenen Monaten die OpenXR-Standards bereits berücksichtigt wurden, ist hingegen unklar.

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