Das Startup Looking Glass verkauft ab sofort ein holografisches Display, das digitale Objekte dreidimensional erscheinen lässt, ohne dass sich Nutzer eine VR- oder AR-Brille aufziehen müssten. 

Das Looking Glass (Deutsch: “Spiegel”) genannte Produkt sieht aus wie ein dicker Glasklotz. Die mitgelieferte Software berechnet 45 unterschiedliche Ansichten eines 3D-Objekts und zeigt diese aus 45 unterschiedlichen Blickwinkeln an, wobei jede Ansicht in stereoskopischem 3D dargestellt wird. Dreht man das Display, entsteht ein eindrücklicher Tiefeneffekt – so als hätte man das Objekt direkt vor sich.

Ermöglicht wird dieser optische Effekt durch eine Vielzahl von Schichten lichtbrechenden Materials in Kombination mit einer Speziallinse. Eine ähnliche Technologie kommt auch in Reds Hydrogen One zum Einsatz.

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So ist das holografische Display aufgebaut. BILD: Looking Glass

PC wird benötigt

Mit dem 3D-Inhalt kann zudem in Echtzeit interagiert werden: Über einen USB-Anschluss können Nutzter unter anderem ein Handtrackingmodul von Leap Motion, Intels 3D-Sensor Realsense oder einen Nintendo Joy-Con anschließen, um auf die digitalen Objekte einzuwirken.

Die Bilder werden von einem PC berechnet, der über ein HDMI-Kabel an das Display angeschlossen wird. Für die Berechnungen reicht ein Core-i5-Prozessor, vier Gigabyte Arbeitsspeicher und eine GTX 1060.

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Preisnachlass für Impulskäufer

Looking Glass wird ab sofort bei Kickstarter in zwei Größen verkauft: einem 8,9 und einem 15,6 Zoll großen Display. Ein Nachteil beider Geräte ist, dass Inhalte nur in einem Kegel von 90 Grad angezeigt werden. Ist der Blickwinkel zu spitz, verblasst der 3D-Effekt. Ein weiterer Nachteil ist die geringe Auflösung von vier bzw. acht Megapixeln, die die 3D-Modelle etwas pixelig erscheinen lassen.

Wer sich im Laufe der nächsten Stunden ein Display bestellt, bezahlt 400 bzw. 2.000 US-Dollar und erhält sein Exemplar im September. Nach Ablauf der Early-Bird-Frist kostet es 600 bzw. 3.000 US-Dollar und wird erst im Dezember 2018 ausgeliefert.

Als Zielgruppe nennt das Startup 3D-Modellierer, Spielentwickler, Produktdesigner und Architekten, die digitale Objekte ohne VR-Brille in lebensechtem 3D begutachten wollen. Spiele oder Unterhaltungssoftware sind nicht im Lieferumfang enthalten. Unity wird unterstützt, sodass Spiele für das Display entwickelt werden könnten. Zu einem späteren Zeitpunkt soll Unterstützung für die 3D-Programme Maya und Blender sowie eine Vielzahl von 3D-Formaten wie OBJ und gLTF nachgereicht werden.

Mehr über die Technik und die Entwicklungsgeschichte des Displays erfährt man im folgenden Tested-Video.

| Featured Image: Looking Glass | Source: The Verge / CNET

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