Im zweiten Quartal 2019 will der auf OLED-Mikrodisplays spezialisierte Hersteller Emagin ein prototypisches VR-Display an einen Brillenhersteller liefern. Anschließend soll der Screen für alle Hersteller erhältlich sein.

Bei einer Telefonkonferenz zu den aktuellen Finanzdaten spricht Emagin-Chef Andrew G. Sculley über die Geschäftsplanung für das kommende Jahr. Dabei erwähnt er ein neues OLED-Mikrodisplay für einen VR-Brillenhersteller. Das Design des Mikrodisplays sei bereits abgenommen, sagt Sculley.

“Unser Partner braucht eine sehr hohe Helligkeit und eine sehr hohe Auflösung für ein weites Sichtfeld ohne Fliegengittereffekt”, sagt Sculley. Das Display erfülle alle Erwartungen an Auflösung, Latenz, Helligkeit und Farbdarstellung. Außerdem könnten alle Pixel gleichzeitig angesprochen werden.

Wenn alles nach Plan verlaufe, so Sculley, werde der Prototyp des Displays im zweiten Quartal 2019 an den Hersteller geliefert. “Das ist das VR-Display, das jeder braucht”, sagt Sculley. Er vermute, dass der aktuelle VR-Brillenmarkt von untauglichen Displays zurückgehalten werde.

Wer ist der geheimnisvolle Display-Sponsor?

Falls der Brillenhersteller das Display als tauglich einstufe, könne Emagin es frei am Markt anbieten: “Es gibt viele Leute, die wollen, dass der AR- und VR-Markt durchstartet, weil sie andere Sachen verkaufen wollen, offensichtliche Beispiele sind Prozessoren und Grafikkarten sowie Software”, sagt Sculley.

Der Partner von Emagin gehöre zu diesen Unternehmen und sei “nicht notwendigerweise der weltweit führende VR-Brillenhersteller oder -verkäufer.” Und weiter: “Aber sie wollen, dass der Markt durchstartet. […] Wir sollen das Display an alle verkaufen.”

Als mögliche Partner kämen demnach beispielsweise Nvidia, Intel, Qualcomm oder Valve infrage. Allerdings setzt Valve wohl eher auf LC-Displays und hat eine prototypische VR-Brille bereits konstruiert.

Theoretisch wäre da noch LG: Das Unternehmen kündigte gemeinsam mit Valve im Frühjahr 2017 eine Next-Gen-VR-Brille an, von der man seitdem fast nichts mehr gehört hat. Außerdem arbeitet LG mit Google an eigenen VR-Displays.

2K-ULT

Emagin zeigte auf der CES 2018 hinter verschlossenen Türen ein 2K-OLED-Mikrodisplay mit einer Auflösung von 2.048 mal 2.048 Bildpunkten und voller RGB-Matrix. Das Display wurde speziell für den VR-Markt entworfen und soll den störenden Fliegengittereffekt beseitigen.

Bei dem von Sculley erwähnten Display dürfte es sich um neue Technologie handeln, da die Architektur offenbar mit dem unbekannten Brillenhersteller abgestimmt wurde.

Auf der eigenen Webseite listet Emagin unter dem zuvor erwähnten 2K-Display ein 2K-ULT-Display als “erscheint demnächst”. Technische Spezifikationen stehen noch nicht auf der Seite.

Titelbild: Emagin, Via: Pimax Forum

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