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One Dark Night: Mit VR-Brille an den Tatort

von Matthias Bastian24. April 2015
Journalistin Nonny de la Peña arbeitet den Todesfall von Trayvon Martin in Virtual Reality auf

2012 ereignete sich in den USA ein tragischer Todesfall, als der 17-jährige Trayvon Martin von einem Nachbarschaftswachmann erschossen wurde. Tragisch, insbesondere deshalb, weil die genaue Ursache für den tödlichen Schuss von Wachmann George Zimmerman nie genau geklärt werden konnte. Die Folge war eine breit angelegte Rassismus-Diskussion in den USA. Aus den Unterlagen der Polizei und den Mitschnitten des Funkverkehrs, die bei Wikipedia verfügbar sind, ist nur ersichtlich, dass es offenbar zu einem Handgemenge zwischen Zimmerman und Martin kam. Die Situation eskalierte und Zimmerman benutzte seine Waffe laut Angaben vor Gericht aus reinem Selbstschutz. Er wurde freigesprochen.

Die Journalistin Nonny de la Peña beschäftigt sich mit “Immersive” oder auch “Emblematic Journalism”, also der journalistischen Berichterstattung im virtuellen Raum mit dem Ziel, den Nutzer stark in das Geschehen einzubeziehen, zu informieren, aber auch Empathie zu wecken. 

We continue to create immersive journalism pieces, which uses virtual reality to put you on scene as news and nonfiction stories unfold. Emblematic Journalism is an extension of the original Immersive Journalism project started by Nonny de la Peña. EMBLEMATIC GROUP, Zitat auf der offiziellen Webseite

Gemeinsam mit Kollegen hat Sie den Fall von Trayvon Martin nun in einer Virtual-Reality-Story nachgebaut und als App im Android-Store veröffentlicht. Für die Produktion wurden Originaldokumente von Zeugenberichten verwendet, um Szenerie und Ablauf originalgetreu nachzubauen. Außerdem wurden die Original-Funkaufnahmen und ein animiertes Video als Grundlage verwendet. Das Video wurde von Zimmermans Verteidiger auf Basis seiner Aussagen erstellt und vor Gericht eingesetzt.

De la Peña hat das Geschehen auf Basis dieser Daten nun erneut für die virtuelle Realität aufbereitet. Wie sie gegenüber Mashable äußert war dies vor allem ein Experiment, um zu testen wie schnell Journalisten relevante News in Virtual Reality umsetzen können, mit dem Ziel Situation und Geschehnisse möglichst originalgetreu zu vermitteln. Außerdem könnte die neue Technologie auch vor Gericht zum Einsatz kommen, beispielsweise um Geschworenen einen besseren Überblick über das Vorgehen am Tatort zu geben. Ihr Team, bestehend aus einer Voll- und zwei Teilzeitkräften, brauchte rund zwei Wochen für die Konzeption. Die technische Umsetzung ist daher auch denkbar einfach gehalten, trotzdem ist der Ansatz interessant. Die App kann kostenlos im Google Playstore geladen werden und ist für Samsung Gear-VR optimiert.

| Quelle: Mashable
| Bildquelle: Emblematic Group / PlayStore
| Affiliate-Links: Auswahl von VR-Brillen für Cardboard-Apps aus dem Android-Store